Gastkommentar in Die Presse: „Europas größte Errungenschaft in Gefahr“

In ihrem aktuellen Gastkommentar in der österreichischen Tageszeitung Die Presse warnen IDM-Direktor Sebastian Schäffer und Sophia Beiter eindringlich vor den langfristigen Folgen der erneut verlängerten Grenzkontrollen Deutschlands. Der Beitrag trägt den Titel „Europas größte Errungenschaft in Gefahr“ und rückt das Schengen-Abkommen als zentrales Symbol europäischer Integration ins Zentrum.
Anhand historischer Rückblicke – so etwa auf Stefan Zweigs beschriebene Grenzenlosigkeit von Salzburg nach Triest – machen die beiden klar, was auf dem Spiel steht: Ein Europa ohne Schlagbäume, wie es generationsübergreifend erkämpft wurde, droht durch die aktuelle Politik langsam zu zerbröckeln.
Ökonomisch wie gesellschaftlich ist der Preis für diese Grenzkontrollen hoch: Studien (u. a. von Prognos AG) gehen von bis zu 235 Milliarden Euro Kosten aus, sollte Schengen langfristig faktisch ausgesetzt werden. Gleichzeitig schätzt Allianz Trade die jährlichen wirtschaftlichen Belastungen allein durch temporäre Kontrollen auf 11,5 Milliarden Euro. Den Autor*innen zufolge stehen diesen realen Kosten vor allem symbolische „Sicherheitsgewinne“ gegenüber – ein Missverhältnis, das nicht ignoriert werden darf.
Politisch kritisieren Schäffer und Beiter, dass die Kontrollen vor allem als populistisches Signal nach innen dienen: Regierungen suggerieren Handlungsfähigkeit, während sie zugleich die Grundidee eines offenen Europas untergraben. Jede Verlängerung der Ausnahme bedrohe das Vertrauen, die Mobilität und die Solidarität zwischen den EU-Mitgliedstaaten.
Das IDM appelliert klar: Deutschland müsse seine europäische Verantwortung wahrnehmen und ein verbindliches Bekenntnis zu offenen Grenzen abgeben – statt den Ausnahmezustand sukzessive zu normalisieren. Denn: Schengen ist mehr als ein Abkommen – es ist eine zentrale Säule gemeinsamen europäischen Zusammenhalts.
Der vollständige Text kann hier abgerufen werden: Europas größte Errungenschaft in Gefahr – DiePresse.com
Ein früherer Artikel von Sebastian Schäffer und Sophia Beiter über das österreichische Veto zum Schengen-Beitritt von Bulgarien und Rumänien aus dem Jahr 2023 kann hier abgerufen werden: Eines der drängendsten Themen unserer Zeit – DiePresse.com



