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IDM News   Montag, 14 Dezember 2020

IDM in den Medien: W24-Bericht über das Institut

 Am 15. und 18. Dezember strahlt der Wiener Stadtsender W24 im Zuge der Sendung "24 Stunden Wien" einen Bericht über die Tätigkeiten des IDM aus. Zu Wort kommen der IDM-Vorsitzende Dr. Erhard Busek sowie Geschäftsführer Sebastian Schäffer, der die Leistungen des Instituts vorstellt. Daniela Neubacher, wissenschaftliche Mitarbeiterin am IDM, spricht über die Publikationen und präsentiert das Themenheft Info Europa.

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Der Beitrag ist auf der W24-Webseite sowie auf dem YouTube-Kanal des IDM abrufbar.

IDM News   Mittwoch, 03 Februar 2021

Jahrbuch der Europäischen Integration 2020 mit Beiträgen von Sebastian Schäffer und Daniel Martínek Screenshot 2021-02-02 at 17.22.26.png

Sebastian Schäffer
, Geschäftsführer des IDM, und Daniel Martínek, wissenschaftlicher Mitarbeiter am IDM, haben im Rahmen der jahrelangen Zusammenarbeit mit dem Institut für Europäische Politik zur 40. Jubiläumsausgabe des Jahrbuchs der Europäischen Integration 2020 mit folgenden Artikeln beigetragen:

Sebastian Schäffer/Iris Rehklau, Binnenmarkt, S. 229
Daniel Martínek/Sebastian Schäffer, Verkehrspolitik, S. 315
Sebastian Schäffer, Montenegro, S. 461

Das Jahrbuch der Europäischen Integration des Instituts für Europäische Politik (Berlin) dokumentiert und bilanziert seit 1980 zeitnah und detailliert den europäischen Integrationsprozess. Entstanden ist in 40 Jahren eine einzigartige Dokumentation der europäischen Zeitgeschichte. Das „Jahrbuch der Europäischen Integration 2020“ führt diese Tradition fort. In mehr als 100 Beiträgen zeichnen die Autorinnen und Autoren in ihren jeweiligen Forschungsschwerpunkten die europapolitischen Ereignisse des Berichtszeitraums 2019/2020 nach und informieren über die Arbeit der europäischen Institutionen, die Entwicklung der einzelnen Politikbereiche der EU, Europas Rolle in der Welt und die Europapolitik in den Mitgliedstaaten und Kandidatenländern. (© Verlag Nomos)
IDM News   Samstag, 10 Oktober 2020

NEU: IDM Podcast

With this IDM Podcast Series, we expand our formats in providing our knowledge and expertise to a wider audience. You can expect high quality discussions about recent topics concerning the Danube Region, Central and South East Europe.

Find more information on our Podcast-Website: http://www.idm.at/podcast

IDM News   Samstag, 10 Oktober 2020

"Renationalisierung des Hochschulsektors" - Daniela Neubacher zur Entwicklung an ungarischen Universitäten

"Ein pluralistischer Diskurs ist sehr schwierig in einer Situation, in der eine Disziplin so politisiert ist." Diese Politisierung führe dazu, dass sich viele Wissenschafter in den Elfenbeinturm zurückziehen und sich bewusst nicht zu gesellschaftspolitisch relevanten Fragen äußern.

Daniela Neubacher äußert sich im "Unistandard" über die Renationalisierung des Hochschulsektors in Ungarn.

Der Artikel ist hier abrufbar: 

In Ungarn wird die politische Einflussnahme an Unis immer größer

IDM News   Donnerstag, 08 Oktober 2020

Stellungnahme zum Standard-Artikel vom 06.10.2020

In einem Standard-Artikel vom 06.10.2020 wird davon berichtet, dass das IDM eine Beziehung zur Novomatic aufweist. Aufgrund der verkürzten undifferenzierten Darstellung in diesem Artikel ist es uns ein Anliegen, hierzu wie folgt Stellung zu nehmen:

Die Novomatic hat das IDM im Jahr 2015 mit einem Sponsoring-Betrag in der Höhe von EUR 5.336,10 unterstützt. Damit wurden die Druckkosten für die Einladungen zur Generalversammlung 2015, fünf Ausgaben der IDM-Publikation „IDM Info“ sowie für Einladungen zu einem vom IDM veranstalteten Botschafter-Vortrag finanziert. Im Jahr darauf plante das IDM eine Weiterführung dieses Sponsorings, die Rechnung wurde jedoch nicht von der Novomatic beglichen. Seitdem gab es keine Kooperation zwischen Novomatic und dem IDM mehr. Über diesen Sachverhalt haben wir auf Anfrage der Autoren unmittelbar und transparent per E-Mail und telefonisch Auskunft gegeben. 

In dem Artikel wurde das IDM fälschlicherweise als „Initiative“ und ÖVP-naher Verein bezeichnet. Dazu stellen wir richtig:

Das IDM leistet seit fast 70 Jahren einen unerlässlichen und unabhängigen Beitrag zur grenzüberschreitenden nachbarschaftlichen Zusammenarbeit. Der Vorstand, dem Dr. Busek aufgrund seines unermüdlichen Engagements für die Region und die Europäische Integration vorsitzt, setzte sich in der Vergangenheit und auch aktuell aus VertreterInnen unterschiedlicher Parteien sowie aus weiteren Persönlichkeiten zusammen. All jene Personen vereint die Bemühungen und Ziele des Vereins, sich weit über die Grenzen Österreichs hinaus, für Dialog und Expertise einzusetzen. Dies wird zudem durch den Internationalen Rat des IDM deutlich, der die Arbeit des Vorstands unterstützt. Das wissenschaftliche IDM-Team setzt sich insbesondere aus ExpertInnen aus den Ländern der Zielregion des Instituts zusammen. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in unserem Veranstaltungs- und Publikationsprogramm wider.

Eine einfach zugängliche Übersicht unserer Arbeit bieten die online abrufbaren Tätigkeitsberichte des IDM. Allein 2019 hatten wir mehr als 60 Veranstaltungen, davon ca. 12 in der Zielregion (u.a. in Kroatien, Republik Moldau, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakei, Ukraine, Ungarn) mit insgesamt 579 Stunden und mehr als 3.000 Teilnehmenden. Dabei sprachen 598 ExpertInnen und 441 Seiten Expertise zum Donauraum von 55 AutorInnen mit Arbeits- und Forschungsschwerpunkt in der Region wurden veröffentlicht. Dies zeigt klar, wie wichtig uns die grenzüberschreitende Perspektive ist - politisch wie nationalstaatlich. Wir freuen uns, wenn sich Interessierte bei unseren Veranstaltungen unmittelbar davon überzeugen.

Ebenfalls im Tätigkeitsbericht zu finden sind die UnterstützerInnen und KooperationspartnerInnen des IDM, zu denen neben öffentlichen Institutionen und Mitgliedern auch unterschiedliche Firmensponsoren zählen. Unsere Aufgabenbereiche erweitern sich ständig. Das stellt uns täglich vor neue Herausforderungen, denn finanziell sind unserem Verein enge Grenzen gesetzt. Unsere Arbeit ist daher zunehmend von der kontinuierlichen Unterstützung unserer Kooperationspartner, Sponsoren und Firmenmitglieder abhängig, um das geschilderte vielfältige Angebot für eine breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Bei allem Verständnis für die Dynamik der tagesaktuellen Berichterstattung, wäre eine differenziertere Darstellung durchaus möglich gewesen. 

Um künftige Missverständnisse zu vermeiden und die Arbeit des IDM persönlich kennenzulernen, laden wir die beiden Autoren daher gerne zu einem Hintergrundgespräch zu uns in die Hahngasse ein. 

Sebastian Schäffer
Geschäftsführer

IDM Nachgefragt: EU Kommissar Johannes Hahn im Interview
IDM News   Dienstag, 22 September 2020

IDM Nachgefragt: EU Kommissar Johannes Hahn im Interview

IDM Nachgefragt: Johannes Hahn, Europäischer Kommissar für Haushalt und Verwaltung, im Interview

IDM:
Mit unserer jüngsten Initiative „What’s the matter, Europe?“, an der Sie sich dankenswerterweise auch beteiligt haben, wollten wir Europa im Kleinen und Persönlichen sichtbar machen. Nun stehen uns harte Monate und Jahre des Wiederaufbaus bevor. Nach dem erzielten Kompromiss beim Europäischen Rat stellt sich die Frage, welche Maßnahmen des Recovery Plans für europäische BürgerInnen spürbar sind.

Johannes Hahn: Ich glaube, man kann die Einigung der Staats- und Regierungschefs am EU-Gipfel vom 21. Juli mit Fug und Recht als historisch bezeichnen. Die EU hat in der schlimmsten Krise seit ihrem Bestehen Handlungsfähigkeit, Solidarität und - trotz unterschiedlicher Positionen ihrer Mitgliedstaaten - ihre Fähigkeit zu konstruktiven Kompromisslösungen unter Beweis gestellt. Das war ein wichtiges und dringend benötigtes Signal des Vertrauens für die BürgerInnen und UnternehmerInnen der Union. In einer Phase tiefster Verunsicherung haben die politischen Verantwortungsträger der EU ihre Zuversicht klar zum Ausdruck gebracht, dass diese Krise durch gemeinsames Handeln bewältigt werden kann.

Bei dem Aufbauplan und dem adaptierten mehrjährigen Finanzrahmen für 2021- 2027 handelt es sich um das bisher größte, je von der Europäischen Union verabschiedete Finanzpaket mit einem Gesamtvolumen von 1,8 Billionen Euro. Wir gewährleisten mit diesem ambitionierten Finanzpaket, dass weiterhin die benötigten Mittel für so wichtige Bereiche wie die Entwicklung der Regionen, für Landwirtschaft, Forschung und Entwicklung, sowie innere und äußere Sicherheit zur Verfügung stehen. Der innovative, temporäre Aufbauplan erhöht die finanzielle Feuerkraft des traditionellen mehrjährigen EU-Budgets: 750 Milliarden stehen den Mitgliedstaaten nunmehr teils als Kredite und teils als Zuschüsse für die Bewältigung der Krise und für zukunftsgerichtete Investitionen zur Verfügung. Aber es geht nicht nur um die Größenordnung der zur Verfügung stehenden Mittel, die der Dimension dieser Krise angemessen ist.  Die Verwendung der Mittel ist an strategische Ziele geknüpft wie etwa den Green Deal oder die Digitalisierung. So legen wir den Grundstein zur Modernisierung und Nachhaltigkeit der europäischen Wirtschaft, im Interesse der nachfolgenden Generationen.

Dabei geht es nicht um abstrakte Zahlenspiele: die Maßnahmen, die wir mittels mehrjährigem Finanzrahmen und Aufbauplan finanzieren, werden zum Beispiel von der Krise geschädigte Unternehmen unterstützen und dadurch bereits bestehende Arbeitsplätze sichern.  Mittels des neuen Instruments SURE, ausgestattet mit einem Volumen bis zu 100 Mrd EUR an zu vergebenden Krediten, unterstützen wir etwa arbeits-erhaltende Maßnahmen wie die Kurzarbeit.   Die von uns forcierten Investitionen in den Green Deal und die Digitalisierung werden dazu beitragen, neue zukunftssichere Arbeitsplätze zu schaffen. Die Mittel, die für die Erforschung von Medikamenten und Impfstoffen bereitgestellt wurden, werden helfen, Menschenleben zu retten. Was zur Zeit noch komplex und abstrakt erscheint, wird in der Phase der Umsetzung anhand von tausenden Projekten in ganz Europa deutlich werden: hinter unserer Ambition betreffend Finanzpaket steht die Absicht, den Menschen in dieser Krise möglichst rasch und effizient zu helfen. Aus diesem Grund benötigen wir auch einen raschen Abschluss der Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament im Herbst.

IDM: Warum wird es sich lohnen, diese Krise als Mitglied der Europäischen Union durchzustehen?

Johannes Hahn: Wenn es noch eines endgültigen Beweises der Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit der Europäischen Union bedürfte, so hat ihn die gegenwärtige Krise geliefert: eine Pandemie wie COVID 19 ist nur durch gemeinsame Anstrengungen zu bewältigen. Kein Nationalstaat kann dies alleine schaffen. Das betrifft nicht nur die nationalen finanziellen Hilfsprogramme, die durch Lockerung der EU-Defizit- und Beihilfe-Regeln zu Beginn der Krise möglich gemacht wurden, sondern das koordinierte Vorgehen in allen Bereichen, die von der Krise betroffen sind: von der Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten und Lebensmitteln über die Rückholung „gestrandeter“ Touristen bis zur Abstimmung bei Grenzschließungen sowie im Bemühen um die möglichst rasche  Erforschung, Herstellung und gerechte Verteilung eines wirksamen Impfstoffes.

Diese Krise hat mehr als jede Krise zuvor gezeigt, wie wichtig europäische Solidarität ist, von der letztendlich alle Länder profitieren. Österreich zum Beispiel profitiert als exportorientiertes Land in großem Maße vom Binnenmarkt. Italien ist Österreichs zweitwichtigster EU-Markt, daher sind die Zuschüsse, die wir nun Ländern wie Italien dank des Aufbauplans gewähren können, auch im ureigensten Sinne Österreichs. Aufgrund der engen Verflechtung im Binnenmarkt ist Solidarität das Gebot der Stunde und keineswegs ein Nullsummenspiel, sondern, im Gegenteil, ein Gewinn für alle.  Der Binnenmarkt ist Garant für unser aller Wohlstand, daher ist es so wichtig, seine Integrität zu schützen. Wir werden diese Krise nur bewältigen, wenn alle diese Erkenntnis teilen und danach handeln. Der Grundstein dafür wurde mit dem historischen Aufbauplan gelegt.

Wer noch Zweifel hegt, der möge einen Blick auf Staaten außerhalb der Union werfen. Der Vergleich im globalen Kontext macht sicher: die Europäische Union ist ohne Zweifel der Ort, an dem man als einzelner Bürger bzw. Bürgerin zur Zeit am besten gegen die dramatischen Auswirkungen dieser Krise geschützt ist. Durch den hohen Standard der Gesundheitsversorgung und sozialen Absicherung, durch die zielgerichtete, strategische Förderung von Investitionen in zentrale Bereiche, welche die Krisenresistenz erhöhen; durch gemeinsame Entscheidungen und gemeinsames Vorgehen im Interesse aller. Und nicht zuletzt, durch den Schutz demokratischer Grundrechte, was besonders wichtig ist in Krisenzeiten, die oftmals einschneidende Maßnahmen erfordern, die in der EU jedoch immer temporär und rechtlich begründet sein müssen.

IDM: Was haben Sie persönlich aus der Corona-Krise gelernt?

Johannes Hahn: Als ich mein Mandat als EU-Kommissar für Budget und Verwaltung antrat, war mir natürlich bewusst, dass diese Aufgabe eine große Herausforderung darstellt. Die Corona-Krise hat diese Herausforderung verstärkt, da ich und mein Team voll in das laufende Krisenmanagement eingebunden waren, weil ja jede Maßnahme finanzielle Implikationen hat. Wir haben bis heute über 500 Rechtsakte zur Bewältigung der Corona-Krise erlassen! Gleichzeitig musste ich als für das Personal verantwortliche Kommissar die rasche Umstellung des Großteils der Bediensteten der Kommission auf Tele-Arbeit bewerkstelligen, was auch ein Hochrüsten unserer digitalen Infrastruktur bedeutete. Und letztendlich war klar, dass ein traditioneller mehrjähriger Finanzrahmen in der ursprünglich vorgeschlagenen Größenordnung nicht ausreichen würde, um die katastrophalen Auswirkungen der Krise auf die Wirtschaft abzufangen. So wurde die Idee des Aufbauplans geboren. 

In Zusammenhang mit diesem Aufbauplan möchte ich besonders eine Erfahrung, die ich während dieser Monate des Krisen-Managements gemacht hat, hervorheben: die Tatsache, dass man in Zeiten der Krise über sich selbst hinauswächst, sowohl was die Belastungsfähigkeit als auch die Fähigkeit zur Innovation betrifft. Wir haben den Aufbauplan, der mittlerweile international als Vorbild gesehen wird, in weniger als zwei Monaten auf die Beine gestellt und die Beschlussfassung des ambitionierten Pakets - trotz Widerstand und Skepsis seitens einzelner Staaten - mit Erhalt des Gesamtvolumens und seiner Kernelemente durchgesetzt. Mit der Umstellung unseres Personals auf teleworking haben wir einen entscheidenden Schritt zu einer modernen digitalisierten und damit effizienteren und umweltbewussteren Verwaltung getan. 

Es ist klar, dass die gegenwärtige Krise unsere Belastungsfähigkeit weiter auf die Probe stellen und uns weiterhin zur Innovation zwingen wird. Aber wir sind nun dafür besser gerüstet. Denn wir haben uns von dieser Krise nicht in die Defensive drängen lassen, sondern haben sie auch als Chance zur Veränderung begriffen. Das ist die Größe Europas: Krisen nicht nur bewältigen, sondern daran zu wachsen. Unser Ziel in der aktuellen Krise muss es sein, dass Europa widerstandsfähiger aus ihr hervorgeht. Denn leider müssen wir angesichts des Klimawandels und der zunehmenden Polarisierung in der Welt damit rechnen, dass Corona nicht die letzte Krise war, die uns auf die Probe stellt. 

  

IDM: Inwiefern haben die Ereignisse der letzten Monate Ihre Perspektive auf Europa verändert?

Johannes Hahn: Meine Perspektive auf Europa hat sich nicht verändert. Vielmehr hat die Krise meine Überzeugung an die Notwendigkeit der Europäischen Integration und auch der globalen Kooperation, für die ich ja in meinem vorigen Ressort gearbeitet habe, gestärkt.

IDM: Was ist Ihrer Erfahrung nach die größte Herausforderung eines EU-Kommissars?

Johannes Hahn: Das große Ganze zu sehen und das europäische Gemeinwohl als Arbeitsziel zu haben und dennoch immer – ob in den Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten und Partner-Institutionen oder im Austausch mit Interessenvertretern und BürgerInnen – ein offenes Ohr für  berechtigte individuelle Anliegen zu haben. Denn in einer Union der 27 ist in den meisten Angelegenheiten ein Fortschritt nur durch Kompromiss möglich. Das heißt, dass die EU-Kommission neben ihrer Rolle als Initiativ- und Exekutivorgan in schwierigen Verhandlungen die Rolle eines ehrlichen Maklers einnehmen muss. Das bedeutet konkret, dass wir manchmal Abstriche von unseren eigenen Ambitionen machen müssen, im Interesse einer gemeinsamen Entscheidung, die Weiterentwicklungen erst möglich macht.

IDM: Wie kann ein Institut wie das IDM mit den aktuellen Herausforderungen in unserer Zielregion umgehen und welchen Beitrag können wir für das Gelingen des Recovery-Plans leisten?

Johannes Hahn: Das IDM leistet seit Jahrzehnten in seiner Zielregion unschätzbare Arbeit in der Vermittlung europäischer Politik und europäischer Werte. Die Förderung des Bewusstseins für grenzüberschreitende Kooperation ist in einer globalisierten Welt wichtiger denn je. Die Tatsache, dass Friede und Stabilität der Union nicht nur „hausgemacht“ sind, sondern in bedeutendem Maße auch von der Entwicklung in unserer unmittelbaren Nachbarschaft abhängen - sei es am Westbalkan oder in östlichen Partnerschaftsländern wie die Ukraine- unterstreicht die große Bedeutung und positive Wirkung des IDM.

IDM: Erhard Busek ist seit Juli 2020 25 Jahre Vorsitzender des IDM. Dürften wir Sie um ein paar persönliche Worte anlässlich dieses Jubiläums bitten?

Johannes Hahn: Erhard Busek hat sich schon als Wiener Stadtpolitiker Ende der 70er Anfang der 80er Jahre um „Mitteleuropa“ gekümmert. Das hat mir damals als junger Politiker schon sehr imponiert, auch weil Erhard Busek deswegen angefeindet wurde. Ich erinnere mich noch gut an Sätze wie: “Dort sind nicht Ihre Wähler“. Aber verantwortungsvolle, zukunftsorientierte, ja geradezu visionäre Politik zeichnet sich dadurch aus, dass man nicht auf den nächsten Wahltag schielt. Damit hat aber auch Erhard Busek eine Grundlage für sein jahrzehntelanges Wirken in (Mittel-) Europa gelegt, mit dem späteren Schwerpunkt am Westbalkan. Dass er dann, vor 25 Jahren, die Präsidentschaft des IDM übernommen hat war nur eine logische Folge. In diesen 2 ½ Jahrzehnten sind unglaublich viele, positive Dinge entstanden. Vieles gäbe es zu erwähnen; besonders nachhaltig ist die Schaffung des Balkanlehrganges an der Diplomatischen Akademie. In meiner Zeit als Nachbarschaftskommissar sind mir viele Diplomaten, Außenminister und andere, am Balkan tätige Politiker und Politikerinnen begegnet, die ihre ersten beruflichen Prägungen in Wien, in der Favoritenstraße, an der Diplomatischen Akademie erfahren haben. Insofern ist Erhard Busek, gemeinsam mit dem IDM, im wahrsten Sinne des Wortes Brückenbauer. Dafür möchte ich ihm ganz besonders danken und gratulieren und: ad multos annos!

 

Das Interview mit Johannes Hahn, Europäischer Kommissar für Haushalt und Verwaltung führte Sebastian Schäffer (IDM)

Neuerscheinung: Spielregeln der Macht
IDM News   Donnerstag, 01 Oktober 2020

Neuerscheinung: Spielregeln der Macht


Spielregeln der Macht: Rechtsstaatlichkeit im Donauraum

mit einem Vorwort von VfGh-Präsident Christoph Grabenwarter uvm.

Wir starten in den Herbst mit einer Schwerpunkt-Ausgabe von "Info Europa" zum Thema Rechtststaatlichkeit, die am 1. Oktober u.a. als Beilage zur Tageszeitung "Die Presse" erscheint. Das Themenheft ist ab sofort im IDM-Abonnement sowie als Einzelheft auf Anfrage erhältlich. IDM-Mitglieder erhalten alle Ausgaben der Publikation kostenlos zugeschickt.

Kostenlos im ePaper verfügbar

Aufgrund der außergewöhnlichen Situation und den vielfältigen Beschränkungen der Corona-Pandemie hat das IDM beschlossen, alle Ausgaben im Jahr 2020 zusätzlich als kostenlose ePaper zu veröffentlichen. Damit soll möglichst vielen LeserInnen auch abseits von Abonnements und Zeitungsständen der Zugang zu unseren Themenheften ermöglicht werden.

Das aktuelle ePaper "Spielregeln der Macht" können Sie hier lesen.

Wir wünschen Ihnen viel Freude mit unserer Neuerscheinung!

Coverillustration ˝ Katja Seifert | katuuschka.com | carolineseidler.com http://www.idm.at/publikationen/info-europa/info-europa-2020/item/spielregeln-der-macht
IDM News   Donnerstag, 10 September 2020

Sebastian Schäffer bei der phoenix runde zu Nord Stream 2 Ist es das Ende für die Ostseepipeline Nord Stream 2? Das Projekt wird als mögliches Druckmittel auf Moskau im Fall des vergifteten russischen Oppositionellen Nawalny gehandelt. Viele osteuropäische Länder wären damit mehr als einverstanden. Das Projekt ist von je her umstritten. Bedenken gab und gibt es wegen Russlands möglicher geostrategischer Einflussnahme durch das Pipelineprojekt. Doch kann das Projekt so einfach gestoppt werden? Wie wichtig ist die Ostseepipeline für die europäische Energieversorgung? Wie sind die Bedenken osteuropäischer Länder zu bewerten? Gewinnt Russland an Einfluss durch Nord Stream 2 oder nicht?

Alexander Kähler diskutiert mit:
- Prof. Claudia Kemfert, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung
- Michael Harms, Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft
- Bernd Westphal, energiepol. Sprecher der SPD Bundestagsfraktion
- Sebastian Schäffer, Politikwissenschaftler, Institut für den Donauraum und Mitteleuropa
IDM News   Montag, 07 September 2020

Eyewitness report from Belarus
We are approaching the fifth week of the protests in Belarus. Despite broad disruptions of the internet connection, we were able to ask a couple of questions to Pavel Chuduk, founder of the Center for Civil Communications:

Who are the people demonstrating in Belarus? What are their main demands? What unites them? Which role does the EU play for the protest movement? Will Alexander Lukashenko be successful in securing his power?

IDMonSite - Pavel Chuduk


After the presidential election in Belarus on 9. August 2020, protests were held in all major cities in the country following the announcement of the results, in which the incumbent Alexander Lukashenko, who has been ruling since 1994, won with 80% of the votes. The candidate of the opposition, Svetlana Tikhanovskaya had to leave the country. The protests have been violently suppressed by the authorities. More than 200 people have been injured, several are reported dead and 50+ are missing. Over 7000 people have been arrested.
After our talk, Pavel witnessed the escalation of violence during the "March of Unity" on 6. September 2020, which had the motto „One for all and all for one“. In an emotional video, Pavel describes what he calls the second wave of brutal repression by the authorities.

Watch his commentary in our IDM Short Insights:

IDM Short Insights 7: Personal impressions from the Belarusian protests
IDM News   Mittwoch, 26 August 2020

Montenegro: Hintergrund-Briefing zu den Wahlen am 30.08.2020

Am 30.08.2020 wählt Montenegro ein neues Parlament, wie Prognosen zeigen, könnte es dieses Mal knapp werden für die seit 1991 ununterbrochen regierende Demokratische Partei der Sozialisten (DPS). Am 27.08.2020 organisiert das Institut für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM), in Zusammenarbeit mit unseren Partnern vom Karl-Renner-Institut, sowie von der Politischen Akademie der ÖVP, eine weitere Panel Diskussion im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe über Parlamentswahlen in unseren Zielländern.

Zu diesem Anlass wurde, von Sebastian Schäffer (IDM) und Lucas Maximilian Schubert (IDM) ein Briefing erstellt, in dem die politische Situation in Montenegro vor den Wahlen analysiert wird und auch auf die Wahlprognosen eingegangen wird.

Briefing - Parlamentswahlen in Montenegro

Eine Aufzeichnung unserer Hybrid Panel Discussion (auf Englisch) im Presseclub Concordia finden Sie hier.

Auch in der Tagespresse wurde unsere topaktuelle Veranstaltung erwähnt. Die Wiener Zeitung bezog sich im Artikel "Wo Partei und Staat eins sind", auf ihrer Online-Seite am 29.08.2020 veröffentlicht wurde, auf die Erkenntnisse und Analysen aus unserer Veranstaltung. Den Artikel können Sie hier abrufen.




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