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Sonderhefte

Je nach Anlass und Bedarf publiziert das IDM zusätzlich zu den regelmäßig erscheinenden Formaten auch diverse Sonderhefte. Hierzu zählt u.a. der "Kulturführer Mitteleuropa", der 2016 in die Reihe "Info Europa" integriert wurde. 

Zwischen 2005 und 2014 wurde in Zusammenarbeit mit der "Wiener Zeitung" auch das Länderheft-Format „Das Magazin für den Donauraum und Mitteleuropa“ publiziert. Die Publikation erschien ursprünglich zwei bis drei Mal jährlich und zuletzt ein Mal pro Jahr. Im Mittelpunkt stand ein ausgewähltes Land der Fokusregion des IDM, zu dem ein Überblick über Geschichte, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft etc. geboten wurde. Nachdem alle Länder von ausgewählten Expertinnen und Experten vorgestellt wurden, wurde dieses Format nicht mehr fortgesetzt. Die nach wie vor nachgefragten Länderhefte können auf Anfrage gegen Übernahme der Portogebühr beim Institut bestellt werden - zur Bestellung. 

Länderheft Slowakei

Länderheft Slowakei

Trotz unmittelbarer Nähe zu Österreich ein weitgehend unbekannter Nachbar

Vorwort

In meiner Kindheit war es üblich, mit der ganzen Familie Sonntagsspaziergänge zu machen. Die traditionellen Wege im Wienerwald gingen meinem Vater als auch mir auf die Nerven, und so sprach er dann immer wieder davon, wie er als Kind mit seinen Eltern nach Pressburg gefahren sei, um eine heiße Schokolade oder was auch immer zu konsumieren und dann wieder mit der Pressburger Bahn zurück zu fahren. Für mich war das damals eine fremde Welt. Richtig ist, dass wir Österreicher uns lange Zeit nichts unter der Slowakei vorstellen konnten: Sie war überschattet vom tschechischen Landesteil, wobei die alte Monarchie den Vorzug hatte, Pressburg als eine Art Vorort von Wien zu verstehen. Viel Slowakisches in unserer Küche wie z.B. der Schaffrischkäse Brimsen war eine Selbstverständlichkeit, genauso wie es heute die slowakischen Altenpflegerinnen und Krankenschwestern sind. Ich erinnere mich noch an den Jubel, den ich bei einer der Freiheitskundgebungen gegen Ende 1989 in Bratislava auslöste, als ich dort versprach, dass man bald wieder mit der „Viedenská električka“ zu uns fahren könne. Die Verkehrsverbindungen haben sich zwar verbessert, aber die Pressburger Bahn gibt es nicht wieder. Zwischen den beiden Weltkriegen gab es zwölf Möglichkeiten, um die Grenze zur damaligen Tschechoslowakei, heutige Slowakei, zu überschreiten. Heute quälen wir uns mit der langen Baudauer von Autobahnen, und dort, wo früher Brücken standen, werden heute bestenfalls Fußgängerund Radwegübergänge gebaut. Wir aber müssen es endlich verstehen: In wirtschaftlicher Hinsicht sind wir beim Nachbarn eine Großmacht, in emotionaler Hinsicht werden wir akzeptiert, und in europäischer Hinsicht kann diese Beziehung uns nur nützlich sein – wenn wir sie auch entsprechend betreiben. Ich danke allen, die das tun und somit eigentlich eine Selbstverständlichkeit erfüllen – nämlich europäische Nachbarschaft.

Dr. Erhard Busek