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Sonderhefte

Je nach Anlass und Bedarf publiziert das IDM zusätzlich zu den regelmäßig erscheinenden Formaten auch diverse Sonderhefte. Hierzu zählt u.a. der "Kulturführer Mitteleuropa", der 2016 in die Reihe "Info Europa" integriert wurde. 

Zwischen 2005 und 2014 wurde in Zusammenarbeit mit der "Wiener Zeitung" auch das Länderheft-Format „Das Magazin für den Donauraum und Mitteleuropa“ publiziert. Die Publikation erschien ursprünglich zwei bis drei Mal jährlich und zuletzt ein Mal pro Jahr. Im Mittelpunkt stand ein ausgewähltes Land der Fokusregion des IDM, zu dem ein Überblick über Geschichte, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft etc. geboten wurde. Nachdem alle Länder von ausgewählten Expertinnen und Experten vorgestellt wurden, wurde dieses Format nicht mehr fortgesetzt. Die nach wie vor nachgefragten Länderhefte können auf Anfrage gegen Übernahme der Portogebühr beim Institut bestellt werden - zur Bestellung. 

Länderheft Ungarn

Länderheft Ungarn

Ein Land mit stolzer Tradition, wechselvoller Geschichte und zahllosen Verbindungen zu Österreich

Vorwort

"Die Verbindungen unseres Landes zu Ungarn haben eine tiefe Geschichte. Meist wird diese heute unter dem Titel der alten Monarchie „Österreich-Ungarn“ subsumiert, aber es waren oft auch sehr wechselvolle Beziehungen. Diese behinderten allerdings nicht den Umstand, dass die Ungarn uns Österreicher als ihre „Schwäger“ bezeichnen. Sogar in der Zeit des Eisernen Vorhangs, während der Paul Lendvai Ungarn einmal als „die lustigste Baracke des Ostblocks“ bezeichnet hat, bestanden engere Kontakte. Die Transformation verlief hier zunächst auch leichter als in anderen Staaten, wobei allerdings dann intern Probleme auftraten, die eine äußerst komplexe wirtschaftliche und soziale Situation für unseren Nachbarn erzeugte. Gerade Österreich muss hoffen, dass die Gesundung auf bestem Wege ist, wobei sich die Zeichen dafür, dass dies gelingt, mehren. Wir sind auch über die Donau miteinander verbunden, was gerade zu dem Zeitpunkt, wo die EU eine Donau-Regionalinitiative entwickelt hat, von großer Bedeutung ist. Es steht außer Frage, dass der Fluss ein Schicksalsstrom für beide Länder ist, so wie auch die kulturelle Durchmischung und wechselseitigen Einflüsse eine nachhaltige Wirkung haben. Natürlich wird Liszt Ferenc zum 200. Geburtstag als großer ungarischer Komponist gefeiert, wobei auch die Österreicher in Raiding (früher Westungarn) das ihre dazu getan haben, um das Gedenken zu bewahren. In Wahrheit aber ist er ein europäischer Künstler und Komponist, der auf seinem Lebensweg Europa durchquerte. Es geht also nicht um eine nationale Vereinnahmung, sondern um den Hinweis, in welcher Weise hier Verbindungen bestehen, die uns ein wechselseitiges Verstehen ermöglichen. Wir Österreicher haben 1956 bei den schrecklichen Ereignissen von Budapest und der nachfolgenden Emigration Solidarität bewiesen, während sich auch Ungarn bei unseren Schwierigkeiten in der EU sehr solidarisch zeigte. Das sollte eine Grundhaltung sein, die nicht daran hindert, an der Verbesserung der einen oder anderen Eigenschaft in unseren Ländern zu arbeiten, die aber eine Voraussetzung für engste Nachbarschaft ist. Für ein Institut, das sich mit dem Donauraum befasst, ist diese Nähe zu Ungarn eine Selbstverständlichkeit."

Dr. Erhard Busek