Sebastian Schäffer und Sophia Beiter für Die Presse über Nostalgie und Erweiterung

Gastbeitrag: Warum gibt es keine Nostalgie für Erweiterung? 

IDM-Direktor Sebastian Schäffer und Sophia Beiter, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am IDM, analysieren in einem neuen Gastkommentar für die österreichische Tageszeitung Die Presse, warum die EU-Erweiterung trotz ihrer nachweislich positiven wirtschaftlichen und geopolitischen Bilanz gesellschaftlich nicht als gemeinsames Projekt erlebt wird. 

Ausgehend von Georgi Gospodinovs Booker-Preisträger-Roman Zeitzuflucht – in dem Länder per Volksabstimmung in vergangene Jahrzehnte zurückkehren – stellen die Autor*innen fest: Europa 2026 ist voll von Nostalgie für nationale Selbstgewissheit und vergangene Dekaden. Was niemand vermisst, ist das Projekt der europäischen Integration selbst – obwohl es Österreichs Exporte in die Nachbarländer verdreifacht und hundertfach mehr zurückgebracht hat, als je eingezahlt wurde. 

Den zentralen Erklärungsrahmen liefert das Konzept der Ungleichzeitigkeit im Sinne Ernst Blochs: Was gleichzeitig existiert, ist gesellschaftlich nicht gleichzeitig bewusst. Am Beispiel Montenegros – seit 2012 in Beitrittsverhandlungen, Abschluss für 2026 angepeilt – stellen Schäffer und Beiter die entscheidende Frage: Nicht ob die Kandidatenländer bereit sind, sondern ob unsere Gesellschaften es sind. 

Der Kommentar schließt mit einem klaren Plädoyer: Wir müssen aufhören, Erweiterung als Prozess zu erzählen, und beginnen, sie als Versprechen zu erzählen. Als größtes Versprechen, das Europa je gegeben hat – und das es immer wieder eingelöst hat. 

Den vollständigen Text können Sie hier abrufen: Warum gibt es keine Nostalgie für Erweiterung? – DiePresse.com