Schäffer on AfD’s rise: copying its rhetoric is not a strategy

Ahead of the 6 September state election in Saxony-Anhalt, the AfD is polling strongly and seeking to turn regional momentum into a claim for national power. Yet a first-place finish would not automatically translate into government. Coalition arithmetic and the continued refusal of other parties to cooperate with the AfD remain decisive.
In a conversation with TVP World, IDM Director Sebastian Schäffer argued that mainstream parties should resist the temptation to respond by adopting the AfD’s language or parts of its policy agenda.

“You won’t win back voters from the AfD by copying their far-right slogans.”

The experience of Austria is instructive. Conservative parties that try to neutralise the far right by moving closer to its positions risk legitimising its narrative rather than reducing its appeal. This is particularly relevant to Chancellor Friedrich Merz’s current approach, which increasingly echoes AfD demands on migration and border policy.

The discussion also addressed the wider implications of the AfD’s agenda. Proposals to take Germany out of the euro and Schengen would go far beyond a domestic political shift. They would affect European economic integration, free movement, cross-border communities and Germany’s relations with its neighbours, including Poland.

The TVP World interview with Sebastian Schäffer was recorded from Thessaloniki.

Wettbewerb der Wertvorstellungen

Der ESC polarisiert, nicht zuletzt auch in der Frage nach seiner Diversität. Für die einen ist er Bühne und Schutzraum für LGBTQIA+-Sichtbarkeit, für die anderen Projektionsfläche eines Kulturkampfes um Werte und Identität, wie MALWINA TALIK beschreibt. 

Dieser Artikel wurde in Info Europa 1/2026: Eurovision Song Contest im Donauraum: Kulturführer Mitteleuropa 2026 veröffentlicht. Die gesamte Ausgabe ist hier abrufbar.

Als Conchita Wurst 2014 mit Rise like a Phoenix den Eurovision Song Contest (ESC) gewann, wirkte es für einen kurzen Moment so, als könnte eine glitzernde Popbühne tatsächlich gesellschaftlicheRealitäten verschieben. Die österreichische Kunstfigur mit Bart triumphierte sowohl bei der Jury als auch beim Televoting mit klarem Vorsprung und ihr Sieg wurde weit über die Musik hinaus als politisches Signal verstanden: bejubelt in großen Teilen Europas, scharf kritisiert von konservativen Stimmen, vor allem in Russland. 

Kaum ein anderes Kulturereignis polarisiert so stark wie der ESC. Seit Jahren wird ihm politische Verzerrung vorgeworfen: Nachbarschaftsvoting, Diaspora-Effekte oder die strategische Mobilisierung im Ausland lebender Staatsbürger*innen –  in Extremfällen sogar durch Außenministerien, die dazu auffordern, bis zu 20 Mal von derselben Nummer abzustimmen, wie Reuters 2025 etwa über Israel berichtete. Und doch mindert dies seine Popularität nicht: Mit regelmäßig über 160 Millionen Zuschauer*innen weltweit, einer Junior-Ausgabe und Teilnehmerländern jenseits Europas ist der ESC längst ein globales Medienereignis. 

Eisbrecher für Vielfalt? 

Der ESC wird häufig als „Gay Contest“ bezeichnet. Dabei inszeniert der ESC Diversität in den unterschiedlichsten Formen: musikalisch zwischen Ethno-Folk (moldauische Band Zdob și Zdub) und Elektropop (serbische Girlgroup Hurricane), ästhetisch zwischen traditioneller Tracht und futuristischer Performance, inhaltlich zwischen Ballade (Michał Szpak aus Polen) und bewusst provokanterInszenierung (Verka Serduchka aus der Ukraine). Vielfalt bedeutet hier kein Monopol einer Identität.  

Gleichzeitig ist der ESC seit den 1990ern bewusst zu einem wichtigen Resonanzraum für LGBTQIA+-Sichtbarkeit geworden. Als Dana International 1998 für Israel antrat und den Wettbewerb als erste offen trans Frau gewann, löste dies im Land heftige Proteste orthodoxer Gruppen aus, die bis hin zu Todesdrohungen reichten. Zugleich eröffnete ihr Auftritt jedoch auch eine landesweite Debatte überQueerrechte Jahrzehnte später nutzte Nemo 2024 die Bühne, um die Anerkennung nicht-binärer Identitäten einzufordern. Jahr für Jahr treten mehr offen queere Künstler*innen an: 2021 erreichte der Wettbewerb mit zehn queeren Acts einen Rekord. Und über 32 der 52 teilnehmenden Länder haben in den letzten Jahrzehnten mindestens einmal ein*e Repräsentant*in der LGBTQIA+-Community in den Wettbewerb geschickt. 

Zwischen Bühne und Gesellschaft 

Für queere Künstler*innen aus Ländern mit geringer institutioneller Unterstützung kann der ESC eine Form der Sichtbarkeit schaffen, die im nationalen Kontext kaum möglich wäre. Ein Blick auf die europäische „Rainbow Map“ der LGBTQIA+-Rechte zeigt dabei eine paradoxe Konstellation: Gerade in einigen besonders ESC-begeisterten Staaten ist die gesellschaftliche oder rechtliche Akzeptanzdieser Minderheit begrenzt. Der Wettbewerb hebt diese Widersprüche zwar nicht auf, aber er macht sie sichtbar. 

Viele queere Fans sehen den ESC als sicheren Raum für Selbstausdruck und Identitätsfindung. Künstler*innen wie der belgische Sänger Gustaph, dessen Performance von der Ballroom-Kultur inspiriert war, betonen, dass die Bühne und die Eurovision-Community den Mut geben, offen zur eigenen Identität zu stehen. Für junge LGBTQIA+-Menschen bietet der ESC eine mediale Spiegelung eigener Erfahrungen, oft in Zeiten, in denen sie im direkten Umfeld noch auf Ablehnung stoßen. 

Glitzer und Geopolitik 

So gilt der ESC seit langem als eine der sichtbarsten internationalen Plattformen für Inklusion und Diversität. Doch die politischen Rahmenbedingungen in Europa haben sich verändert. Gegenbewegungen zu Geschlechterdiversität und zunehmende Anfeindungen gegenüber LGBTQIA+-Communities stellen die Nachhaltigkeit dieser Fortschritte infrage. 2020 blieb Ungarn dem ESC fern; viele Medien führten dies auf eine ablehnende Haltung gegenüber der LGBTQIA+-freundlichen Ausrichtung des Wettbewerbs zurück. Bis heute bleibt das allerdings eine Ausnahme: Die meisten der diesjährigen Boykotts sind auf den Krieg Israels in Gaza zurückzuführen. 

Gleichzeitig wurde in Russland mit dem Intervision Song Contest ein alternatives Format wiederbelebt. Offiziell versteht er sich als kulturelle Plattform für Künstler*innen aus Russland und verbündeten Staaten. Faktisch dient er jedoch auch als Instrument geopolitischer Symbolpolitik. Russische Medien inszenieren den Intervision als Hüter „traditioneller“ Werte. In der staatlichen Rhetorik wird die westliche Betonung von Geschlechtervielfalt regelmäßig als moralischer Verfall diskreditiert; Kulturkampf und Außenpolitik greifen ineinander. 

Spiegel Europas?

Der ESC bewegt sich damit im Spannungsfeld zwischen Unterhaltung, Soft Power und gesellschaftlicher Selbstvergewisserung. Er ist damit weder reine progressive Utopie noch bloßes Spektakel, vielmehr aber ein Seismograph europäischer Konfliktlinien: zwischen liberalen und konservativen Identitätsentwürfen, zwischen nationaler Selbstinszenierung und supranationalem Werteanspruch. Als Wettbewerb der Lieder und Wettbewerb der Werte inszeniert sich der ESC in Glitzer, Licht und meist eingängiger Popmusik. Die zentrale Frage lautet aber: Kann er weiterhin als Leuchtturm der Inklusion fungieren oder wird er zunehmend zum Spiegel einer polarisierten Realität? Auch wenn offiziell betont wird, Politik und ESC nicht zu vermischen, wird die Antwort auf diese Frage letztlich aus der gesellschaftspolitischen Dynamik kommen. 

Malwina Talik ist Analystin mit den Schwerpunkten Geopolitik, demokratische Resilienz, hybride Bedrohungen und Geschlechtergerechtigkeit in Mittel- und Osteuropa. Bis Mitte April 2026 war sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am IDM tätig. Seit ihrer Kindheit verfolgt sie regelmäßig den Eurovision Song Contest.

Péter Techet bei ORF ZIB2 und ORF Wien über das MCC und die Modul University

In einem Beitrag bei ORF ZIB2 sprach Péter Techet darüber, wie sich die Einstellung des Orbán-nahen Mathias Corvinus Collegium (MCC) in Ungarn auch auf die Modul University in Wien auswirken kann, deren Haupteigentümer bisher das MCC war.

Den Beitrag können Sie hier ansehen: Machtwechsel in Ungarn gefährdet Uni in Österreich – ZIB 2 vom 21.08.2026

Techets Einschätzung wurde auch bei ORF Wien zitiert: Ungewisse Zukunft für Modul University

 

Péter Techet in Le Figaro on dismantling Hungary’s illiberal democracy

The French daily Le Figaro has devoted a two-page analysis to the dismantling of Hungary’s illiberal democracy. The article also quotes Péter Techet, who emphasizes that Magyar certainly has the will and the ability to dismantle Orbán’s regime, but that it remains to be seen what kind of new system could emerge afterwards.

The article can be read here: https://www.lefigaro.fr/international/que-le-feu-purificateur-commence-la-hongrie-de-peter-magyar-ou-la-demolition-methodique-de-l-etat-illiberal-de-viktor-orban-20260819

Péter Techet im Ö1-Morgenjournal über die Errungenschaften der Magyar-Regierung

Im Gespräch im Ö1-Morgenjournal sprach Péter Techet darüber, was die Magyar-Regierung in Ungarn bislang erreicht hatte und warum sich „eine nationale Einheit gegen Orbán“ herauszubilden scheint. Zugleich betonte er, dass das Land langfristig mehr Pluralismus brauche als die Vorherrschaft einer einzigen Partei wie der Tisza-Partei.

Das Interview kann hier nachgehört werden: https://oe1.orf.at/player/20260819/841621/1787116515000

Germany under pressure: Defending democracy against hybrid threats

Russian hybrid threats are increasingly testing Germany’s security architecture. In a TVP World interview, IDM Director Sebastian Schäffer discussed the need to strengthen Germany’s capacity to counter espionage, sabotage, cyberattacks and foreign interference while preserving the constitutional safeguards that distinguish a democracy from the actors seeking to undermine it.  

The challenge is not limited to the digital sphere. Disinformation operations, interference in democratic processes, suspected sabotage activities and threats to critical infrastructure are part of a wider pattern aimed at creating insecurity, eroding trust in public institutions and portraying democratic states as incapable of protecting their citizens.  

Germany’s planned reforms of its security and intelligence structures, as well as investments in drone-related capabilities, therefore respond to a changing threat environment. Yet expanding operational powers also raises fundamental questions. Germany’s post-war legal and institutional framework deliberately placed strict limits on domestic security powers. Any adaptation must remain subject to effective parliamentary, judicial and public oversight.  

A resilient response requires more than new technical tools or stronger intelligence capabilities. It also depends on societal resilience: media literacy, civic education, trust in democratic institutions and a clear understanding that freedom of expression must not become a shield for coordinated foreign operations intended to dismantle the democratic order.  

Democracies must be able to defend themselves. The central task is to do so without sacrificing the rule-of-law principles and fundamental rights they are defending.  

Watch the full interview on TVP World: https://www.youtube.com/watch?v=noaNRpow6xg   

Péter Techet bei den ARD-Tagesthemen über die Rückkehr zur liberalen Demokratie in Ungarn

In einem Gespräch mit Jörg Schönenborn bei den ARD-Tagesthemen sprach Péter Techet – aus Wien zugeschaltet – darüber, wie eine illiberale Demokratie abgebaut werden kann, ob Péter Magyar zu einem zweiten Orbán werden könnte und welche Lehren andere Länder aus dem ungarischen Beispiel ziehen können.

Das Interview kann hier nachgeschaut werden: Peter Techet, Jurist und Historiker, über Gefahren eines Um- und Rückbau des Orbán-Systems

Péter Techet in der ARD-Tagesschau über Péter Magyars bisherige Politik

In einem Bericht der ARD-Tagesschau wurde Péter Techet ebenfalls zu den ersten 100 Tagen der neuen ungarischen Regierung und zu Péter Magyars bisheriger Politik interviewt.

Den Beitrag können Sie hier ansehen: 100 Tagen Magyar – Wo Ungarn mit seinem neuen Regierungschef steht

Péter Techet im ARD-Mittagsmagazin über die ersten 100 Tage der neuen ungarischen Regierung

Im ARD-Mittagsmagazin sprach Péter Techet live darüber, was die neue ungarische Regierung in den ersten 100 Tagen erreicht hat.

Das Video kann hier nachgeschaut werden (im Ausland nicht verfügbar): ARD Mittagsmagazin – alle verfügbaren Videos – jetzt streamen!

Zwischen Kampf und Care: Revolutionäre Frauen im Film – article by Elena Marko published in feminist film magazine Totale

Research assistant Elena Marko presented her article Zwischen Kampf und Care: Revolutionäre Frauen im Film at the launch of the fourth issue of the feminist film magazine Totale. The article analyses the portrayal of revolutionary women fighters – ranging from partisans in Yugoslavia to women involved in postcolonial struggles – exploring how this depiction can range from the reproduction of traditional gender roles and instrumentalisation to serving as genuine symbols of equality and emancipation.