Péter Techet für Die Presse über Volk und Wahrheit in der Demokratie

In einem Essay für die Samstagsbeilage der Tageszeitung Die Presse (Spectrum) analysierte Péter Techet das Spannungsverhältnis zwischen den Ideen eines „homogenen Volkes“ und einer „absoluten Wahrheit“ als mögliche Erklärung für die heutige Polarisierung demokratischer Gesellschaften.
Im Essay betont Techet, dass die Vorstellung eines homogenen Volkes – wie sie etwa bei Jean-Jacques Rousseau oder Carl Schmitt in unterschiedlichen Formen zu finden ist – den pluralen Charakter jeder Gesellschaft verkenne. Daher schlägt er im Sinne von Hans Kelsen vor, Demokratie nicht als „Volksherrschaft“, sondern als ein Verfahren zu verstehen, in dem unterschiedliche Meinungen artikuliert werden können und auch Minderheitenpositionen geschützt sind.
Ebenso antipluralistisch wäre die Vorstellung, „falsche“ Mehrheitsentscheidungen durch die Suche nach einer „absoluten Wahrheit“ zu ersetzen. Denn Demokratie setzt gerade die Fähigkeit voraus, andere Meinungen anzuerkennen – und ihre Dynamik ermöglicht eine ständige Korrektur.
Der Essay kann hier gelesen werden: Darf eine Demokratie gegen das eigene Volk geschützt werden? – DiePresse.com



