Parlamentswahlen in Bosnien und Herzegowina Veranstaltung zusammen mit dem Campus Tivoli und dem Karl Renner-Institut
Datum/Zeit
September 29, 2026
17:00 - 18:30 MESZ/MEZ

Am 4. Oktober 2026 finden die allgemeinen Wahlen in Bosnien und Herzegowina statt.
Die komplexe Verfassungsstruktur mit den beiden Entitäten – der Föderation Bosnien und Herzegowina (FBiH) und der Republika Srpska (RS) – sowie dem Sonderverwaltungsgebiet Brčko trägt dem Zusammenleben der drei konstitutiven Völker, Bosniak*innen, Kroat*innen und Serb*innen, Rechnung. Gleichzeitig schafft sie ein System, das politische Entscheidungsprozesse erschwert und Konflikte entlang vermeintlicher ethnischer Differenzen begünstigt.
Vor den Wahlen steht das Land vor vielen politischen Herausforderungen: Die separatistischen Bestrebungen der Führung in der Republika Srpska, die Forderungen nach einer stärkeren kroatischen „Eigenständigkeit“ innerhalb der Föderation sowie die anhaltenden institutionellen Blockaden stellen die Funktionsfähigkeit des Gesamtstaates auf die Probe. Die Innenpolitik ist weiterhin maßgeblich ethnisch gespalten (trotz des Bestehens von gesamtstaatlich orientierten Parteien) – eine grundlegende Reform des diesem System zugrundeliegenden Friedensvertrages von Dayton (1995) erscheint jedoch derzeit kaum realistisch. Zugleich hat die EU grünes Licht für die Beitrittsverhandlungen mit dem Land gegeben, jedoch noch kein Verhandlungsmandat beschlossen. Die institutionelle Blockade behindert die Umsetzung notwendiger Reformen und somit auch den EU-Beitrittsprozess.
Vor diesem Hintergrund laden das Institut für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM), der Campus Tivoli und das Karl-Renner-Institut zu einer Podiumsdiskussion über die politische Lage vor den Wahlen und die Aussichten danach ein.
Die Veranstatlung wird auf unserem YouTube-Kanal auch übertragen.
PROGRAMM
Begrüßung: Maximilian Santner (Campus Tivoli)
Briefing: Peter Techet (IDM)
Moderation: Peter Techet (IDM)
Diskussion:
Vedran Džihić (Österreichisches Institut für Internationale Politik, Wien)
Larissa Lojić (Western Balkan Initiative / International Institute for Peace, Wien)
Vahidin Preljević (Universität Sarajevo)
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