Gesichter des Krieges 

Am 29. August wird in der Ukraine der Gedenktag für die Verteidiger*innen des Landes begangen. Dieser Tag erinnert auch an den 29. August 2014, an dem sich die Tragödie von Ilovaisk abspielte. Hunderte ukrainische Soldat*innen wurden in einem der humanitären Korridore von russischen Truppen angegriffen und getötet.  

Was bedeutet es wirklich, die eigene Heimat zu verteidigen? Welche inneren Prozesse führen zu der Entscheidung, alles zu riskieren, bis hin zum eigenen Leben, um die Familie und die eigenen demokratischen Werte zu schützen? Diesen und vielen weiteren Fragen sind wir gemeinsam mit Serhiy Volosovets und Mykola Hradnov nachgegangen. Die beiden Ukrainer kannten sich bereits aus ihrer gemeinsamen Zeit an der Schauspielschule Kerpenko-Karyi in Kyjiw. Unabhängig voneinander entschieden sie sich, als Soldaten für ihr Land einzustehen und trafen sich Jahre später als Veteranen wieder, in ihrer gemeinsamen Arbeit füreinander und andere Betroffene. 

Der Ausbruch des Krieges 

In unserem Interview erzählen Mykola und Serhiy, wie sich der Ausbruch des Krieges für sie angefühlt hatwie abrupt sie aus ihrem gewohnten Alltag gerissen wurden, welche Erfahrungen sie auf dem Schlachtfeld prägten, und wie ihr Leben als Veteranen heute aussieht, geprägt von körperlichen wie seelischen Verletzungen. Wie kann eine Gesellschaft verwundete Soldaten auffangen? Was kann man tun, wenn man nicht mehr kämpfen kann, aber dennoch sein Land unterstützen möchte? Und welche Verantwortung bringt die Arbeit als Veteran mit sich? Es sind vielschichtige Facetten, die das neue Leben von Mykola und Serhiy prägen. 

Vom Schauspieler zum Soldaten 

Mykola wurde als Drohnenführer ausgebildet und beschreibt, wie diese Waffen im Verlauf des Krieges eine immer größere Rolle einnahmen. Anders als man annehmen könnte, steuert man als Drohnenführer den Flugkörper nicht aus sicherer, entfernter Distanzauch hier erlebt man gefährliche Kampfsituationen hautnah. Eindrücklich sprach Mykola im Gespräch über den Zusammenhalt zwischen den Soldaten, über den Verlust von Kameraden und den eigenen Beinen, über die traurigen Schicksale, die sich ereigneten, und die Spuren, die all das hinterlässt.  

Kriegsverletzungen: Körperliche und seelische Narben  

Mykola wurde als Drohnenführer ausgebildet und beschreibt, wie diese Waffen im Verlauf des Krieges eine immer größere Rolle einnahmen. Anders als man annehmen könnte, steuert man als Drohnenführer den Flugkörper nicht aus sicherer, entfernter Distanz, auch hier erlebt man gefährliche Kampfsituationen hautnah. Eindrücklich sprach Mykola im Gespräch über den Zusammenhalt zwischen den Soldaten, über den Verlust von Kameraden und den eigenen Beinen, über die traurigen Schicksale, die sich ereigneten, und die Spuren, die all das hinterlässt.   

Die Verantwortung als Veteran 

Auch Serhiy hat Krieg und die Angst um seine Heimat erlebt. Als Veteran spricht er dennoch nicht über Vergeltung, sondern über Verantwortung: Wer das Leben liebt, nimmt es keinem anderen. Wer Demokratie und Freiheit liebt, greift nicht in die Freiheit anderer ein. Seine Botschaft: Wir müssen Verantwortung dafür übernehmen, Liebe, Menschlichkeit und Respekt zu vermitteln — und sie auch selbst zu leben.   

Die Welt muss man durch den Blickwinkel der Liebe sehen: Liebe zum Leben, zur Demokratie, zur Freiheit und zu anderen Menschen.