Peter Techet im F.A.Z.-Podcast über eine mögliche Verfassungskrise nach den ungarischen Wahlen

Im Podcast der Frankfurter Allgemeine Zeitung wurde ein Gespräch mit Péter Techet geführt, auch aufgrund seines zuvor erschienenen Gastbeitrags für die F.A.Z., über die Frage, ob und wie Viktor Orbán im Falle einer Wahlniederlage die Handlungsfähigkeit einer neuen Regierung einschränken könnte.

Techet betonte, dass das derzeitige Parlament die Verfassung auch nach den Wahlen – bis zur Konstituierung des neuen Parlaments – weiterhin frei ändern könne. Durch eine mögliche Erhöhung der erforderlichen qualifizierten Mehrheit für Verfassungs- und Gesetzesänderungen könnte sogar eine Zweidrittelmehrheit der Oppositionspartei Tisza handlungsunfähig gemacht werden. Eine solche Situation könnte sich dann entweder auf „illegalem“ Wege oder durch Neuwahlen auflösen.

Der Podcast kann hier angehört werden (das Gespräch mit Péter Techet ist im zweiten Teil, ab 16:45).

IDM Director on TVP World: Germany Gets Serious on Security – but Fails on Communication

IDM Director Sebastian Schäffer joined TVP World’s World News Tonight to discuss Germany’s Military Service Act and new provisions requiring men aged 17–45 to obtain approval from the Bundeswehr for stays abroad exceeding three months, effective 1 January 2026. 

Schäffer criticised the rollout as an “absolute communication disaster,” noting that millions of those affected learned about the measure through media reports rather than official channels. At the same time, he emphasised that the policy reflects a more serious German approach to the security situation in Eastern Europe, which is fundamentally justified. 

🎥 Watch the interview (from 9:08): https://youtu.be/YWdzuISlaRM?t=548 

Peter Techet über die illiberale Demokratie in Ungarn für Zentrum Liberale Moderne

Für das Zentrum Liberale Moderne verfasste Peter Techet eine Analyse über die Gründe und Folgen der illiberalen Demokratie in Ungarn.

Darin zeigt er auf, inwiefern sich das von Viktor Orbán eingeführte Konzept der illiberalen Demokratie ideengeschichtlich auf die Demokratietheorie von Carl Schmitt zurückführen lässt. Darüber hinaus analysiert Techet, wie Orbán nach 2010 auf legalem Weg die liberale Demokratie abbauen konnte und weshalb es nach einem möglichen Wahlsieg der Opposition schwierig sein dürfte, sie verfassungskonform wiederherzustellen.

Die Analyse kann hier gelesen werden.

Peter Techet in der Frankfurter Rundschau über Péter Magyar

In der bundesdeutschen Tageszeitung Frankfurter Rundschau wurde auch Peter Techet dazu befragt, warum gerade ein ehemaliges Fidesz-Mitglied wie Péter Magyar Viktor Orbán erfolgreich herausfordern kann, während die frühere Opposition daran immer wieder scheiterte.

„Anscheinend will ein Großteil der ungarischen Wählerinnen und Wähler zwar eine gewisse Veränderung – aber keine allzu radikale“, sagte Peter Techet der Tageszeitung. Techet betonte, dass sich die Ungarinnen und Ungarn von der Wahl ein besseres Gesundheits- und Bildungswesen, weniger Inflation und weniger Korruption erhofften – „aber nicht unbedingt eine ideologische Wende, etwa hin zu einer humanistischen Migrationspolitik oder einer proukrainischen Außenpolitik“.

Der Artikel kann hier gelesen werden.

Péter Techet at the Workshop “Carl Schmitt in Eastern Europe” at the University of Bamberg

In cooperation between the University of Bamberg and the University of St. Gallen, a handbook on the reception and continuing influence of Carl Schmitt in Eastern Europe is being planned. Péter Techet will write the chapter on Carl Schmitt in Hungary. In it, he will discuss the sporadic reception of Carl Schmitt during the interwar period, Georg Lukács’s views on Schmitt, the more intensive engagement with Schmitt after 1990, and especially the influence of Schmittian ideas on Orbán’s regime.

On March 5 and 6, a workshop took place at the University of Bamberg with the other authors, where the papers and case studies were discussed.

Péter Techet on STVR Pátria Rádio about the East German Elections

On the Hungarian-language program of Slovak Radio STVR, Péter Techet spoke about how the Christian Democratic Union could still prevent a possible election victory of the Alternative for Germany in the upcoming East German state elections, and whether the so-called “firewall” against the AfD can survive these elections.

The interview can be listened to here.

 

“Let´s talk about… (il)liberal democracy”: Workshop in Bratislava with Malwina Talik and Péter Techet

The Konrad Adenauer Foundation in Vienna, together with youth organisations from EPP member parties in Austria, the Czech Republic, Germany, and Slovakia, organised a two-day workshop in Bratislava on “European Sovereignty in a Multipolar World”.

On 31 January 2026, Malwina Talik and Péter Techet led an interactive session on the consequences of illiberalism, both in theory and in practice. They also presented their study—funded by the Felczak Institute—on democratic backsliding and the possibilities of undoing illiberal damage in Poland, Slovakia, and Hungary. (You can read the study here.)

The primary focus of the session, however, was on fostering an interactive discussion of possible forms and practices of illiberal politics. Talik and Techet presented various scenarios for liberal and illiberal democracies, which participants then analysed and discussed in smaller groups. The aim was to help attendees recognise illiberal threats even within liberal politics, as well as the key characteristics of a potential illiberal shift.

Die Wachaubahn – ein verkehrstechnisches Juwel

 

Weit mehr als nur eine romantische Ausflugsstrecke: Beim Bau der Wachaubahn standen erstmals Denkmalschutz und Landschaftspflege gleichrangig neben wirtschaftlichen Interessen, wie CHRISTIAN HANUS in seinem Beitrag erzählt.

 

Dieser Artikel wurde in Info Europa 3/2025: In Bewegung: Mobilität im Donauraum veröffentlicht. Die gesamte Ausgabe ist hier abrufbar.

Die Wachaubahn – ein verkehrstechnisches Juwel 

Zwischen Krems und Emmersdorf schlängelt sich die Wachaubahn durch malerische Weinberge. Heute fährt sie Tourist*innen aus aller Welt durch die Kulturlandschaft Wachau, die seit dem Jahr 2000 auf der Liste der UNESCO-Welterbestätten geführt wird, und bildet eine Teilstrecke der einst von Krems nach St. Valentin nördlich des Stromes verlaufenden Donauuferbahn.
Später Bahnanschluss einer Region 

Der Bau des österreichischen Eisenbahnnetzes war zu großen Teilen bereits abgeschlossen, als im Jahre 1909 der Lückenschluss zwischen Krems und Grein erfolgte. Durch die neue Bahnanbindung erfuhr der Fremdenverkehr in der Wachau einen bemerkenswerten Aufschwung. Es entstanden Hotels und Villen für Sommerfrischler*innen und Gäste aus dem Ausland. Mit der Anbindung der ansässigen Industrie- und Gewerbebetriebe zeigte die Region auch eine neue Dynamik in der wirtschaftlichen Entwicklung auf. Aus militärischer Sicht war die Donauuferbahn als Umleitungsstrecke von Interesse. Der Bahnbau führte in den folgenden Jahrzehnten zu einem gesellschaftlichen und strukturellen Wandel im angebundenen Gebiet. 

Die Donauuferbahn wurde als Lokalbahn errichtet und hat in dieser Hinsicht ihren Charakter bewahrt. Die Bahnanlagen verfügten über keinerlei Stellwerke und Stellsignale. Der einfache Bahnbetrieb wurde über örtlich bediente Handweichen und Telegrafenleitungen geregelt. Die für eine Nebenbahn beachtliche Länge der Ausweichgleise ist dem Umstand geschuldet, dass die Bahnstrecke als Umleitungsstrecke vorgesehen war. 

Eine Rationalisierung erfuhr die Donauuferbahn zu Beginn der achtziger Jahre mit der Einrichtung des sogenannten „Zugleitbetriebs“. Mittels Rückfallweichen und einer in Spitz eingerichteten Zugleitstelle konnte von da ander gesamte Bahnbetrieb von einer einzigen Person geleitet werden. Die seit 2010 nur noch sporadisch besetzte Zugleitstelle wurde erst 2025 umfassend modernisiert und wieder personell besetzt.
 

Zwischen Weinbergen und Ortskernen 

Es stellt eine wahre Außergewöhnlichkeit dar, dass der Bahnbau in wesentlicher Weise von einem Maler und Denkmalpfleger mitgeplant wurde. Rudolf Pichler war von Erzherzog Franz Ferdinand beauftragt worden, den Bahnbau in der sensiblen Kulturlandschaft nach Kriterien des Denkmal- und Landschaftsschutzes zu begleiten. Dies lässt sich bis in die heutigen Tage deutlich erkennen und verleiht der Bahnstrecke ihren pittoreskenCharakter.  

So wurde die Bahnstrecke nicht als eigentliche Uferbahn – wie es der Name eigentlich vermuten ließe – trassiert, sondern als Gebirgsbahn durch die Weinberge geführt. Auf diese Weise wurden die Ortschaften entlang der Donau in ihrer Uferlage nicht beeinträchtigt. In Stein und Dürnstein wurden gar aufwendige Tunnelkonstruktionen errichtet, um die historischen Ortskerne nicht vom Fluss abzuschneiden. Zudem wurde die Trasse durchgängig hochwassersicher angelegt. Noch heute stellt die Bahn die einzige hochwassersichere Verkehrsinfrastruktur in der Wachau dar. Im Hochwasserfalle wird der ganze Personen- und Güterverkehr auf Schienen abgewickelt und auch Einsatzkräfte nutzen dann häufig die Bahninfrastruktur. 

Mit viel Akribie wurde die Trassierung der Bahnstrecke durch die Wachau um historisch bedeutsame Bauwerke herumgeführt, um deren Abriss zu vermeiden. Bezeichnend dafür sind die Streckenführungen in Förthof bei der Matthiaskapelle und in Spitz beim alten Rathaus. Diverse Bahnhofsgebäude wurden im Heimatstil errichtet und weisen regionaltypische Stilelemente auf, sodass sie sich harmonisch in die Landschaft einfügen. Ferner wurden die Bahnhöfe nicht direkt in die Ortszentren gebaut, sondern im Abstand eines kurzen Fußweges, damit der aussteigende Gast die in der Kulturlandschaft liegende Ortschaft wahrnehmen kann.    

Historische Strecke, vielfältige Nutzung 

Der Betrieb auf der Donauuferbahn war geprägt von lokalen Personen- und Güterzügen. Vereinzelt nutzten die Strecke bei Sperre der Westbahnstrecke aufgrund von Kriegsschäden oder wegen Hochwasser auch Fernzüge. So durchfuhren sogar der Orient-Express, der Arlbergexpress oder der Express „Mozart“ (Paris – Wien) die Wachau. Bis zur Elektrifizierung des Kremser Asts der Franz-Josefbahn verkehrten von Wien direkte Eilzüge in die Wachau. Eine Attraktion auf der Gesamtstrecke stellten bis zum Jahre 2009 verkehrende Nostalgiezüge der damaligen ÖBB-Erlebnisbahn dar, welche von Wien nach Linz fuhren und über großzügige Fahrradabteile verfügten. 

Unterschiedlicher konnte die Entwicklung ab dem Jahre 2010 auf den einzelnen Streckenabschnitten nicht sein. Während der oberösterreichische Streckenast von St. Valentin bzw. Linz nach St. Nikola-Struden schrittweise modernisiert und ein Taktverkehr eingerichtet wurde, wurde der weiterführende Abschnitt bis Weins-Ysperdorf nur noch gelegentlich für den Güterverkehr genutzt und ist gegenwärtig nicht betriebstüchtig. Das Mittelstück der Donauuferbahn bis Weitenegg wurde gänzlich aufgelassen, wobei einige Schienen und Brücken demontiert und Tunnels verschlossen wurden. Teilweise wurden auf dem ehemaligen Bahntrassee sogar Einfamilienhäuser errichtet.  

Auf dem Streckenabschnitt durch die Wachau wurde ein saisonaler, touristischer Personenverkehr durch die Niederösterreich Bahnen eingerichtet. Dieser wurde in den letzten Jahren stets ausgeweitet und findet wachsenden Zuspruch mit mittlerweile mehr als 70.000 Fahrgästen pro Jahr. Höhepunkte im Betriebsjahr bilden die zahlreichen Extrazüge zur Sonnwendfeier und zum Wachaumarathon. 

Im Sommer 2025 wurde zudem ein Abkommen zwischen den Universitäten am Campus Krems und den Niederösterreich Bahnen abgeschlossen, welches dem Personal und Studierenden vorteilhafte Tarife zur Nutzung der Wachaubahn anbietet. Dadurch soll die bequeme, schnelle und ökologische Anbindung des Campus Krems an die Stadt eine Revitalisierung erfahren. 

Abbild des Bahnverkehrs im Donauraum 

Die Donauuferbahn mit ihren unterschiedlichen Entwicklungen darf als sinnbildgebend für den gesamten Donauraum betrachtet werden. Von aufgelassenen Bahnstrecken, über umfassende Streckenmodernisierungsprogramme (TEN-T-Korridore) bis hin zum auflebenden Bahntourismus ist hier gegenwärtig alles zu finden.  

Ob es je wieder durchgehenden Bahnbetrieb durch die Wachau von Krems nach Oberösterreich geben wird, wird die Zukunft zeigen. Bürger*innenbewegungen und Unterschriftenaktionen fordern seit Jahren die Reaktivierung des Mittelstücks der Donauuferbahn. Die beschriebenen Rahmenbedingungen erschweren dieses Vorhaben.  

Nachhaltige Entwicklungen im Verkehrssektor werden nur dann möglich sein, wenn alle Akteur*innen, sei es aus Politik, Privatwirtschaft oder Zivilgesellschaft, ihre Interessen vereinen und mehrheitsfähige Konzepteentwickeln. Die Eisenbahn kann ihre Vorzüge als Massenverkehrsmittel nur dann zur Geltung bringen, wenn Personen- und Gütersektor gebündelt werden, damit die Strecke optimal genutzt wird und das kritische Verkehrsaufkommen erbracht werden kann. 

Sebastian Schäffer zur WM-Boykott-Debatte in Frankfurter Rundschau und tz München

Im Rahmen der aktuellen Debatte um einen möglichen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 hat Sebastian Schäffer, Direktor des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM), in der Frankfurter Rundschau und der tzzur politischen Verantwortung des Sports Stellung genommen. Anlass ist ein Vorstoß von Oke Göttlich, Präsident des FC St. Pauli und DFB-Vizepräsident, der fordert, einen WM-Boykott zumindest ernsthaft zu diskutieren, wenn sportliche Großereignisse zur Bühne politischer Selbstinszenierung werden. 

Schäffer betont, dass es dabei nicht um moralische Symbolpolitik gehe, sondern um politische Glaubwürdigkeit. Sport sei längst Teil globaler Macht- und Aufmerksamkeitsökonomien und könne nicht losgelöst von politischen Kontexten betrachtet werden. Ein Boykott würde weder politische Akteure verändern noch institutionelle Probleme des Weltfußballs lösen, könne aber sichtbar machen, wo demokratische Gesellschaften Grenzen ziehen. 

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine verweist Schäffer auf europäische Lernerfahrungen im Umgang mit autoritären Akteuren. Die jahrelange Strategie der Anpassung und Einbindung gegenüber Russland habe gezeigt, wie problematisch es sei, klare Haltung zugunsten vermeintlicher Stabilität aufzuschieben. Diese Erfahrung müsse auch in Debatten über Sport, internationale Großereignisse und politische Inszenierung einbezogen werden. 

Kritisch äußert sich Schäffer zudem zum Verhalten der FIFA-Führung, insbesondere zur symbolischen Auszeichnung von Donald Trump durch FIFA-Präsident Gianni Infantino. Solche Gesten stünden exemplarisch für eine Logik gegenseitiger Aufwertung, in der Nähe zu Macht und Aufmerksamkeit wichtiger werde als Fragen von Integrität und Verantwortung. 

Die Debatte um einen möglichen WM-Boykott sei daher kein Randthema, sondern Teil einer größeren Diskussion über politische Haltung jenseits klassischer Außenpolitik – im Sport ebenso wie in Wirtschaft und Kultur. 

👉 Frankfurter Rundschau
https://www.fr.de/sport/fussball/wm-boykott-als-politische-grenzmarkierung-think-tank-direktor-unterstuetzt-goettlich-vorstoss-zr-94142180.html  

👉 tz München
https://www.tz.de/sport/fussball/wm-boykott-als-politische-grenzmarkierung-think-tank-direktor-unterstuetzt-goettlich-vorstoss-zr-94142180.html 

Peter Techet for Evangelische Zeitung on the debates over the Beneš Decrees

For the German Evangelische Zeitung, Péter Techet spoke about the historical context and the present-day application of the so-called Beneš Decrees, which in Slovakia are still used as a basis for the expropriation of property belonging to owners of Hungarian descent.

The article can be read here.