Peter Techet für Neue Zürcher Zeitung über Mitteleuropa als Laboratorium für die Europäische Union.

Peter Techet für Neue Zürcher Zeitung über Mitteleuropa als Laboratorium für die Europäische Union. 

In seinem Essay für die Neue Zürcher Zeitung schreibt Peter Techet darüber, wie Mitteleuropa erst im historischen Kontext der ehemaligen Habsburgermonarchie wieder auf die politische Karte Europas zurückkehren kann und inwiefern der habsburgische Vielvölkerstaat die europäische Einheit inspirierte und zudem als Beispiel gelungener Staatlichkeit ohne nationale Homogenität dient. 

Der Essay kann hier gelesen werden: Der Geist des Kakaniens lebt – Mitteleuropa als politisches Laboratorium für ganz Europa 

Péter Techet im Standard über „Schönbrunn Six“

Die österreichische Tageszeitung Der Standard widmete eine große Analyse den möglichen Kooperationsformaten in Mitteleuropa, nachdem der ungarische Premier Péter Magyar in Wien angekündigt hatte, die Zusammenarbeit zwischen den mitteleuropäischen Ländern stärken zu wollen. In der Analyse wird auch das vom IDM erarbeitete Konzept „Schönbrunn Six“ erwähnt – eine mögliche Allianz zwischen Österreich, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Kroatien und Slowenien.

Dazu meinte Péter Techet in der Tageszeitung, dass diese Länder deutlich stärkere gemeinsame Interessen hätten als etwa Polen. Insbesondere die Unterstützung einer EU-Erweiterung Richtung Südosten sowie enge wirtschaftliche Verflechtungen könnten wichtige Gründe für ein neues Kooperationsformat sein.

Auf die Frage von Der Standard, ob der Name „Schönbrunn Six“ in den Nachbarländern als Habsburg-Nostalgie wahrgenommen werden könnte, betonte Techet, dass die habsburgische Geschichte in den mitteleuropäischen Ländern positiver gesehen werde als man in Wien oft vermute.

Die Analyse kann hier gelesen werden: https://www.derstandard.de/consent/tcf/story/3000000322774/zu-viel-habsburg-nostalgie-machtwechsel-…

Erfahren Sie mehr über „Schönbrunn Six“!

Das Policy Paper von Sebastian Schäffer und Péter Techet zu „Schönbrunn Six“ finden Sie hier: https://www.idm.at/idm-pps-5-2026-a-new-bloc-at-the-center-the-case-for-a-scoenbrunn-six/

Sebastian Schäffer und Péter Techet stellten das Konzept auch in einem Gastbeitrag für Die Presse vor – diesen können Sie hier lesen: https://www.diepresse.com/24805725/die-schoenbrunn-six-eine-neue-allianz-in-mitteleuropa

Über das Konzept berichteten auch ausländische Medien wie die Tageszeitung DenníkN/Napunk in der Slowakei sowie die Wochenzeitung HVG und der unabhängige Radiosender Klubrádió in Ungarn.

Péter Techet for STVR Pátria Radio about the upcoming parliamentary elections

In an interview with the Hungarian-language program of Slovak Radio STVR, Péter Techet analyzed the significance of the parliamentary elections that will take place in Central, East-Central, and Southeastern Europe (Slovenia, Hungary, the eastern German federal states, Bosnia and Herzegovina) in 2026.

The interview can be listened to here.

Julia Mits at the CAST Projects’ study visit

Photo credits: Julia Mits und Klemen Ceglar

As part of the EU’s Interreg Danube Region Programme, the CAST (Culture trAnSforming communiTies and economies) project brings together partners from across the Danube region to explore the transformative power of culture. IDM contributes to the project through the leading of the project’s communication management. In June 2025, CAST partners convened for a study visit in Slovenia, Višnja Gora where stakeholders from civil society, academia, and local authorities exchanged best practices and explored inclusive models of cultural tourism. The two-day workshop served as an excellent opportunity for partners to deepen their understanding of each other’s pilot actions, build stronger connections, and set shared goals for the upcoming project phase. 

The first day of the visit began with a presentation by Irina Cosma from the European Strategy for the Danube Region, who shared the vision and upcoming activities of Priority Area 3 – Culture and Tourism – and introduced the CLOSe project. An interactive “speed dating” workshop session encouraged all participants to briefly present their pilot initiatives in a dynamic and participatory format. This approach fostered mutual curiosity, early collaboration, and a stronger understanding of the diversity and relevance of the local actions being developed under the CAST framework. In the afternoon, the group explored local examples of inclusive cultural tourism such as an educational beehive at Beekeeping Rogelj, where participants learned about honey production and how traditional ecological practices can contribute to sustainable tourism and community learning. Later, the group visited the tourist village of Pristava, a rural tourism site that blends cultural heritage, local engagement, and eco-tourism.  

The second day of the study visit began with a warm welcome by the mayor of Ivančna Gorica Municipality, who emphasized the significance of intercultural dialogue and community-led tourism in regional development. This was followed by a session on the CAST workflow, with a particular focus on the forthcoming tasks related to Specific Objective 1. Another collaborative workshop then brought together all project partners to reflect on their respective competencies, motivations, and target audiences. Structured as a world café, the session divided participants into three rotating groups, each facilitated by Bözse Hosszu (MOME), Alexandra Zlotea (Urbasofia), and Simona Lazarova (Collective). The aim was to gather qualitative input to prepare the development of shared indicators for tracking enhanced competences in participatory methods and cultural identity-related practices.  

In the afternoon, Julia Mits (IDM) presented the key elements of the project’s communication strategy and key to-dos for the project partners. She provided an update on the project’s visibility efforts and outlined a list of relevant platforms where CAST could be represented. The session also encouraged partners to align their dissemination strategies with broader project goals. 

One key highlight of the visit was a discussion on how cultural events can strengthen underrepresented communities. Participants shared insights on the barriers that still prevent many from engaging in cultural life — from physical accessibility to linguistic exclusion — and examined ways to make regional heritage more participatory. The communication strategy also reflects these ambitions. It focuses on co-creation, storytelling, and inclusive language, with the aim of raising awareness about the value of cultural participation. Alongside practical tools, the strategy outlines guidelines for events, social media outreach, and partnerships with local media. 

By mid-2025, CAST will launch a series of pilot initiatives in the Danube Region, testing accessible tourism routes, community-based heritage projects, and inclusive cultural festivals. These pilots are expected to generate replicable models and policy recommendations that contribute to a more inclusive European cultural space. 

Wie Energieträume wahr werden

Grün, lokal und unabhängig: So könnte die Energieerzeugung und – versorgung von morgen aussehen. REBECCA THORNE berichtet aus Slowenien, Serbien und Deutschland, wo diese Idee in Projekten verwirklicht wird.

Im slowenischen Ort Hrastnik geht der Schulalltag wie gewohnt weiter. Für die Schüler*innen der lokalen Volksschule hat sich nicht viel verändert, doch wer einen Blick nach oben wagt, kann einen bedeutsamen Unterschied auf dem Dach erspähen. Seit Jänner 2024 liefern dort montierte Solarpanele Energie – und das nicht nur für die Schule, sondern für alle, die an diesem Projekt des Energy Sharings beteiligt sind. Die Lehranstalt schloss sich mit der Gemeinde, zwei Unternehmen, dem Schwimmbad und einigen Anwohner*innen der Kleinstadt zusammen, um als Energiegemeinschaft gemeinsam Strom zu erzeugen. Das Ziel: Mit Ausnahme des Schwimmbads den gesamten Energiebedarf der Beteiligten abzudecken. Mittlerweile haben sich ihre Energierechnungen bereits um ein Drittel verringert.

Doch nicht nur die Geldbeutel profitieren von solchen Energiegemeinschaften. Die verringerte Abhängigkeit von Importen sichert die Stromversorgung und stabilisiert den Energiesektor insgesamt. Der Strom wird dort erzeugt, wo er gebraucht wird. Und da bei Energiegemeinschaften erneuerbare Energieformen zum Einsatz kommen, werden auch weniger Treibhausgase in die Atmosphäre ausgestoßen. Für die früher stark von Kohle abhängige Region in Slowenien ist die eigene Erzeugung sauberer Energie von besonderer Bedeutung.

Die NGO Focus – Association for Sustainable Development leitet das Projekt in Hrastnik. Für die Initiator*innen Barbara Kvac und Boštjan Remic geht es vor allem um demokratische Grundsätze. Die Energiewirtschaft sei in Slowenien momentan noch sehr ungerecht, denn die Bevölkerung ist aufgrund von zentralisierten Modellen und importierter Energie beim Strompreis von Marktschwankungen abhängig.

»Wir wünschen uns eine Demokratisierung des Energiesektors und eine aktive Beteiligung der Menschen,« so Kvac.

Sonnen- und Schattenseiten

Das Konzept von Energy Sharing besteht schon lange. Bis vor Kurzem gab es jedoch weder eine Definition noch eine Rechtsgrundlage, was zu übermäßiger Bürokratie und Gebühren führte. Erst 2019 führte die EU Rechtsvorschriften für Energiegemeinschaften ein. Diese müssen nun von allen Mitgliedstaaten bis Ende Dezember 2024 in nationales Recht umgesetzt werden, doch die Regelungen bleiben in vielen Ländern mangelhaft und undurchsichtig. So verzögerte sich die Implementierung des Projekts in Slowenien, da sich die Gesetzgeber selbst zunächst mit den neuen Vorschriften auseinandersetzen mussten.

In der EU-Nachbarschaft sind Energiegemeinschaften noch nicht im Gesetz verankert und werden auch nicht staatlich gefördert. Dies stellte die serbische Energiegemeinschaft Elektropionir vor eine große Herausforderung. Während das slowenische Projekt unter anderem Finanzierung vom Ministerium erhielt, war Elektropionir auf Crowdfunding angewiesen. Bürokratie und fehlende Arbeitskräfte erschwerten das Vorhaben in Serbien zusätzlich.

Ursprünglich sollte im serbischen Balkangebirge ein kleines Wasserkraftwerk gebaut werden, doch die Anwohner*innen protestierten. Elektropionir gelang es, anstelle des Wasserkraftwerks Solaranlagen auf zwei Kultur- und Kommunalzentren in den Dörfern Temska und Dojkinci zu bauen und damit die ersten Energiegemeinschaften in dieser Gegend zu gründen. Die Stadtverwaltung, in deren Besitz sich die Gebäude befinden, verbraucht den so erzeugten Strom jedoch nicht direkt selbst. Stattdessen wird die Energie auf dem Markt verkauft und der gesamte Gewinn geht an die örtliche Gemeinde zurück. Mit den zusätzlichen Geldern sollen beispielsweise notwendige Erneuerungen in den Dörfern durchgeführt oder kleine Festivals veranstaltet werden.

Der Geograph Predrag Momčilović, Mitglied von Elektropionir, beobachtet, dass das Projekt der Energiegemeinschaft auch zu mehr Zusammenhalt unter den Dorfbewohner*innen und einem gestärkten Gefühl von Vertrauen in der Gemeinde führte. Für den Kampf gegen den Klimawandel reichen einzelne Initiativen wie diese dagegen nicht aus. »Dafür brauchen wir eine viel größere sozioökonomische Transformation der gesamten Gesellschaft,« ist Momčilović überzeugt.

Wie ein Fisch im Wasser

Sonnenenergie – die derzeit beliebteste Quelle erneuerbarer Energie – stößt im Winter und nachts an ihre Grenzen. Und auch Windenergie ist stark von aktuellen Wetterverhältnissen abhängig. Im Vergleich dazu fließt Wasser rund um die Uhr und sichert so eine stabile Grundversorgung. Doch traditionelle Wasserkraftwerke verloren in den letzten Jahren wegen ihrer zerstörerischen Eingriffe in die Umwelt an Beliebtheit. Neben den schädlichen Auswirkungen auf die natürlichen Ökosysteme des Flusses brauchen die Kraftwerke viel Beton, ein kohlenstoffintensives Material.

Nicht so der Energyfish. Mit Expertise, Geduld und viel Hoffnung widmete sich das Startup Energyminer aus Deutschland der Problematik der Wasserkraftwerke. Zusammen mit ihrem kleinen Team entwickelten die Gründer Dr. Georg Walder und Dr. Richard Eckl eine Technologie, die mithilfe von natürlich fließendem Wasser saubere Energie erzeugt, ohne dabei Fischen zu schaden oder in die Flussökosysteme einzugreifen. Der Energyfish wird mithilfe eines Ankerseils im Flussbett verankert und schwimmt kaum sichtbar unter der Wasseroberfläche. Dort produziert er durchgehend Strom, der direkt ins lokale Niederspannungsnetz eingespeist wird.

100 blaue »Fische« bilden einen Energyfish-Schwarm, der den Strombedarf von knapp 500 Haushalten decken kann. Dabei ist die Technologie dahinter nicht nur selbstreinigend, sondern passt sich jeder Wetterlage an: Bei Hochwasser und Eisbildung taucht der Energyfish einfach ab und produziert weiter. Die Pilotanlage wurde in München getestet, mittlerweile sind weitere Standorte in Bayern sowie am Rhein geplant.

Dezentralisierung als Antrieb

Doch auch für das deutsche Startup stellt das Genehmigungsverfahren derzeit die größte Herausforderung dar. Da das Konzept und die Technik des Energyfish noch neu sind, dauern die Prozesse länger. »Die Unterstützung der Politik ist für die Zukunft innovativer Initiativen im Bereich der erneuerbaren Energien essenziell,« so Walder.

Dezentralisierung ist der Kerngedanke des Energyfish-Schwarmkraftwerks. Wie in den Energiegemeinschaften in Slowenien und Serbien wird der Strom vor Ort produziert und genutzt. Die Erzeugung ist sauber, die Energie selbst leistbarer und die Versorgung wird unabhängiger, demokratischer und sicherer. Durch Energy Sharing können auch Partizipation gestärkt und Gemeinschaften zusammengeführt werden – und das nicht nur in kleinen Gemeinden, sondern auch in größeren Städten, wie der Energyfish in München zeigt. Jedes Projekt trägt damit auch ein Stück zur Umsetzung der Energiewende bei. Walder zeigt sich optimistisch: »Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir den Umschwung zu erneuerbarer, dezentraler Energie europaweit schaffen.«

Ob mit Solarpanelen, dem Energyfish oder anderen innovativen Ideen – die Dezentralisierung durch Energiegemeinschaften beschleunigt nicht nur die Energiewende, sondern trägt auch zu ihrer Akzeptanz in der Bevölkerung bei. So wie sich der Klimawandel mit langen Hitzewellen, Hochwasser, anderen Naturkatastrophen und zunehmenden Migrationsbewegungen immer bemerkbarer macht, so können mithilfe der Energiegemeinschaften auch die Lösungen greifbar werden.

 

Rebecca Thorne ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM) in Wien. Ihre Forschung konzentriert sich auf Klima, Umwelt und Energie in Mittel-, Ost- und Südosteuropa.

 

 

Energizing Cross-Border Cooperation in Central Europe

How can Central Europe cooperate most effectively on the energy transition? Michael Stellwag and Rebecca Thorne put the spotlight on CES7 (Austria, Croatia, Czechia, Hungary, Poland, Slovakia, Slovenia). 

In the lead up to the European elections, the continent witnessed a backlash against green policies. The European Green Deal, which was introduced four years ago and outlines the continent’s path to climate neutrality by 2050, came under particular scrutiny. Integral to the Green Deal is the energy transition, including issues such as where the energy resources come from, how power is generated and who can access the final products. 

While the Greens did indeed lose influence in Germany, France and Belgium, they retained their seats in Austria and even gained their first seats in Croatia and Slovenia. Indeed, the seven Central European states of the EU – Austria, Croatia, Czechia, Hungary, Poland, Slovakia, Slovenia (CES7) – are faced with the tangible effects of climate change, geopolitical instability and economic challenges, which necessarily provokes discussion about the decarbonisation of the energy sectors in the region along with questions of security and affordability. Effective cross-border cooperation is key to solving this conundrum. 

In the aftermath of Russia’s full-scale invasion of Ukraine and the knock-on effects on the prices and supply of energy across Europe, it may appear worthwhile pursuing the goal of self-sufficiency at national level to reduce dependency and the corresponding risk of vulnerability. However, not every country has the capacity to meet all their energy needs through domestic power generation. While some countries possess an abundance of natural energy resources such as wind, water and sun, others run the risk of continuing the detrimental resource exploitation of coal mining. Power generation from coal still dominates the energy landscape of countries with a history of mining, accounting for 44% of the total electricity generation in Czechia and 70% in Poland. Instead of maintaining or even exacerbating this trend, regional cooperation provides alternatives, some of which remain controversial, while others offer clear benefits. 

Diversification and bridge technologies: different approaches 

First of all, cooperation should not come at the cost of security. The region’s historical energy partnership with Russia has highlighted its vulnerability: reducing this dependence is crucial. The EU attempted to enforce immediate diversification by introducing an oil embargo against Russia in 2022. However, the Central European states without a sea border – Austria, Czechia, Hungary and Slovakia pushed for an exemption, resulting in the continuation of imports of Russian oil via the Druzhba pipeline that runs through Ukraine 

Regarding the gas supply, even though the proportion of Russian pipeline gas in EU imports has fallen from over 40% in 2021 to currently 8% in the EU as a whole, the share in parts of Central Europe remains higher. Austria and Hungary are currently the most dependent on gas from Russia and have fought most intensively against possible EU sanctions. In Austria, the share of Russian gas in the total supply has not fallen significantly since the attack on Ukraine due to a non-transparent long-term supply contract that was extended in 2018 and to which, until recently, not even members of the government had access.  

The response of these states to the energy supply crisis has been different. The four Visegrad states are primarily focusing on diversifying both their oil and gas suppliers in order to reduce their dependence on Russia without significantly reducing their consumption. Poland is using the Baltic Pipe as well as importing more from the USA, while increasing the capacity of its liquefied natural gas (LNG) terminals and pipeline infrastructure. Slovakia and Hungary are increasingly sourcing oil from Azerbaijan and Kazakhstan, with security of supply being a priority – yet it is important to note that a certain amount of imports from these countries comes from Russia anyway. Czechia is also making efforts to diversify as well as focusing on energy efficiency measures. 

In an example of minilateral cooperation, Austria has been investing in the LNG terminal on the Croatian island of Krk. This terminal has already existed for some time but is now being expanded far beyond the national requirements of Croatia in order serve as a regional hub. Poland has also been enlarging its LNG capabilities from 5 billion m³ a year via its Świnoujście terminal, aiming to double its capacity with the expansion and planned new construction in Gdańsk. The trend is clear: no reduction in gas, but the reduction of dependence on one single country. Yet a decrease in both would be possible with more intensive coordination and more coherent planning within the group – especially as investing in gas projects poses the danger of Central Europe tying itself further into a dependence on a resource that is ultimately a fossil fuel. 

Nuclear power remains a contentious issue, with many convinced it is the way forward to reducing dependency on fossil fuels. In a further example of cross-border cooperation, Slovenia shares its nuclear power station with Croatia, which is in an earthquake zone and cannot build its own without compromising safety. Slovakia, Hungary and Czechia have also opted to invest in nuclear technologies: 59.7%, 44% and 36.6% of their respective electricity generation comes from nuclear. Hungary furthermore intends to increase this percentage with a new power plant that is to be built using Russian state funding. Poland currently has no domestic nuclear energy production but is developing plans to build its first nuclear power station. 

However, others remain wary of a technology that has the potential to cause widespread harm. Austria is one of few outspoken opponents in Central Europe following the referendum of 1978 and subsequent law against generating nuclear power. Having set a goal to source 100% of its electricity from renewables by 2030, Austria moreover intends to show that the green transition is possible without nuclear energy. 

Fast-growing markets 

The renewable energy markets have been rapidly growing, especially the solar industry, with the demand for photovoltaic energy busting market expectations across Europe. There is also significant potential for energy generation from other renewable sources in Central Europe. Poland has begun to make use of the wind on its northern coast with its first offshore farm currently under construction, which is anticipated to generate 1.1GW. Nonetheless, there is still a lot of room for growth, with estimated potential for up to 33GW. Likewise, the Adriatic Sea offers considerable offshore wind power that is not being utilised. While it has been agreed that no wind farms will be built on Croatia’s islands, there is still an area of 29,000 km² that could be developed without encroaching on high-impact zones 

Furthermore, there are natural geothermal heat reservoirs across the region. Indeed, following the European Parliament’s recent call for an EU geothermal energy strategy, the European Committee of the Regions released an Opinion on the “great potential” of geothermal for both cities and regions. To give three examples from the region: in Poland, geothermal reservoirs have been found in around 50% of the country’s area, particularly in central and northwestern Poland. Hungary has already quadrupled its use of geothermal energy since 2010 and is now planning to double its use again by 2030, while Slovenia has been developing a pilot geothermal project that only requires one dry well for operation. 

Prioritise the grid 

With such promising potential of renewables, both large- and small-scale, what is preventing an exponential growth of the clean energy sector? The supply chain is currently not the limiting factor in terms of what is possible. While the manufacturing of solar panels is at present dominated by China, the EU has established initiatives such as the Net Zero Industry Act and the European Solar Charter, which aim to support solar manufacturing in Europe.  

Instead, with a rapid expansion of the renewable energy sector, the grid is the main bottleneck. Energy systems are largely centralised through national grids, which currently do not have the capacity to integrate the rapidly expanding renewable sector. Sectors that were predominantly running on fossil fuels are now being converted to electricity. To further complicate the problem, the grid in Poland, for example, is concentrated on regions in the south of the country that produced energy from coal, whereas the up-and-coming renewable sector is focused on the north. Moreover, the grid does not offer sufficient capacity for large projects at sea. 

Cooperation among the countries of Central Europe would allow a pooling of renewable resources, which is indispensable given the fluctuating nature of supply and demand inherent to renewable energy. Within this partnership, a priority must be the full synchronisation of the grid across the region as well as the expansion of cross-border grid interconnectors. In particular, the triangle between Austria, Hungary and Slovenia has been identified as critical 

Huge potential 

The European Green Deal promises long-term potential for growth, but currently the transition requires significant financial investment, challenges the economies and could threaten established industries in this underperforming region. Among some governments and sections of the population in the Central European countries there are narratives that they are second-class countries within the EU. Many regulations are seen as originating from Western European countries and Brussels, which member states then have to implement regardless of economic feasibility, resulting in a sluggish implementation of individual EGD regulations. Nonetheless, renewable energy sources, even in the year of installation, are cheaper than fossil fuels. In 2022, the global average cost of solar energy was 29% lower than the cheapest fossil fuel option, while the cost of onshore wind energy was 50% lower. An integrated grid would also boost price competitiveness as cheaper, cleaner electricity from neighbouring countries in the region becomes available to consumers. 

Central Europe has significant potential for a green energy transition, as well as for a more dynamic economy and policymaking than is often assumed. Cooperation is essential to accelerate progress – whether a pooling of financial, knowledge or human resources. With the rapid growth of renewables and increasing electrification of the energy sectors, the expansion and improved international interconnectivity of the grid must be a priority not only for the EU, but also on regional level. 

Rebecca Thorne is a research associate at the Institute for the Danube Region and Central Europe (IDM) in Vienna. Her research focus is climate, energy and the environment in Central Europe and the EU candidate countries. 

Michael Stellwag is a research associate at the Konrad Adenauer Foundation in Vienna. Having studied political science in Vienna and Tallinn, he now specialises in politics in Central and Eastern Europe and in EU foreign, security and defence policy. Professional projects have taken him to numerous countries in the region. 

 

Both authors attended the expert workshopCentral Europe Plus – Bridge technologies with regard to a sustainable energy supply organized by the Konrad Adenauer Foundation in Zagreb. The workshop series has existed since 2021 and focuses on the role of Central European States for the future of the EU. It aims to bring together decision-makers and researchers from the countries concerned and to present positions and demands from these countries in Brussels. In 2024, the project has been developed further to include other regions as well, hence the workshop title Central Europe Plus. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Zukunft ist noch nicht vorbei!

Arbeitslosigkeit, Ausgeschlossenheit, multiple Krisen: Die Jugend in den ex-jugoslawischen Ländern scheint perspektivlos. PIA BREZAVŠČEK zeigt, wie Künstler*innen mit Blick in die Vergangenheit die Zukunft zurückerobern.

Womöglich sind Sie mit dem Futurismus bekannt. Die in Italien begründete Kunstströmung verbreitete sich Anfang des 20. Jahrhunderts zuerst in Europa und schließlich auch über den Kontinent hinaus. Doch haben Sie auch vom Jugofuturismus (Yugofuturism, YUFU) gehört? Im kommenden versuche ich, Ihnen die künstlerisch unausgeschöpften Potenziale dieses Konzepts zu erläutern, das auch unserer Jubiläumsausgabe der Zeitschrift Maska ihren Namen schenkte. 

Maska ist ein über 200 Jahre altes Institut für Verlagswesen und Performancekunst in Slowenien. Nach der 22-jährigen Leitung durch den Künstler Janez Janša* traten wir als neues Team seine Nachfolge an. Wir gehören zu einer Generation, die Jugoslawien nie bewusst miterlebte. Dennoch haben wir Erfahrungen zweiter Hand: die noch existierende Infrastruktur und Architektur, die Geschichten unserer Eltern und Großeltern. Sie wuchsen in einem multiethnisch und sozialistisch geprägten Umfeld auf, in dem die Menschen größtenteils glaubten, eine gemeinsame Zukunft aufzubauen. Wir hingegen sollten globalisierte Kinder einer neugeborenen Republik Slowenien werden. Im Gegensatz zu anderen Nachfolgestaaten Jugoslawiens war unser Abschied vom alten Staat nicht allzu traumatisch, doch der Enthusiasmus für einen neuen slowenischen Nationalstaat wurde durch die Privatisierung und die spätere Finanzkrise schnell gedämpft. Die Wende hat unsere Zukunft abgeschafft. Vor allem Millennials und jüngere Generationen verloren durch die Transformation zum Kapitalismus den Glauben an den „Fortschritt“. Ökologische und politische Krisen lassen uns vielmehr einen Weltuntergang erahnen. 

Der Appell in Form des Jugofuturismus beruht dennoch nicht auf einem Gefühl der Nostalgie. Jugoslawien zerfiel auf eine brutale Art und Weise, was kaum die Folge eines perfekten Staatsmodells sein kann. Der Staat war nicht frei von Nationalismen, Chauvinismus und Aufhetzung – Aspekte, die wir nicht vermissen. Doch in der damaligen Multiethnizität, im sozialistischen Feminismus, im Prinzip der Gleichheit aller Menschen und dem Recht auf ein sinnerfülltes Leben und Freizeit sowie im sozialen Wohnbau sehen wir eine Fülle unausgeschöpfter Potenziale. Jugofuturismus soll kein neues politisches Programm für die Zukunft sein, er ist das Politikum an sich, wieder an die Zukunft zu glauben. Er gibt den Mut, uns die Mitgestaltung der Welt anzueignen und uns nicht einfach den Regeln eines hegemonialen Plans anzupassen. Seit unserer Jubiläumsausgabe 2020 haben wir daher eine Vielzahl unterschiedlicher Projekte realisiert. Autor*innen aus dem ehemaligen Jugoslawien, Bulgarien und dem Vereinigen Königreich trugen bisher mit künstlerischen oder theoriebezogenen Artikeln zu unserer Zeitschrift bei. 2021 organisierten wir eine Konferenz auf der 34. Biennale für grafische Künste in Ljubljana, die dem jugoslawischen Technologiekonglomerat Iskra Delta gewidmet war. Eine weitere Konferenz fand 2022 auf dem Internationalen Theaterfestival BITEF in Belgrad statt. Da wir unser Projekt allen Interessierten zugänglich machen möchten, richteten wir mit der Open Source Programmierergruppe Kompot eine Internetseite ein. Hier kann jede*r Gedanken zum Jugofuturismus teilen und direkt neue Konzepte hinzufügen oder bestehende bearbeiten. So entsteht ein kollaboratives, dezentralisiertes „jugofuturistisches Manifest“. 

Peripherie empowern 

In Anlehnung an das Konzept des Afrofuturismus kann eine weitere politische Dimension auf den Jugofuturismus angewendet werden: Ethnische oder anderweitig marginalisierte Gruppen haben die künstlerische Kraft, Identitäten und Gesellschaften wiederherzustellen oder zu reparieren, die als zukunftslos und rückständig bezeichnet werden. Die Nachfolgestaaten Jugoslawiens unterschieden sich teilweise stark in Bezug auf ihre wirtschaftliche Situation und die Einbindung in die EU. Doch ihnen allen ist eine gewisse Zukunftslosigkeit gemein, die sich in Jugendarbeitslosigkeit, Abwanderung und Wirtschaftsmigration zeigt. Viele haben zudem das Gefühl nur am Rande Europas zu existieren. Aus dieser Perspektive kann der Jugofuturismus eine kreative Erinnerung daran sein, dass eine besondere Kraft in der Einheit liegt. Durch Nationalismen zersplitterte und durch Eurozentrismus entfremdete Menschen können wieder zusammenfinden. Die Autorin Ana Fazekaš schreibt in Maska dazu, dass wir die überwältigenden Gefühle des Zurückbleibens und der Hoffnungslosigkeit nicht bekämpfen, sondern annehmen sollten. In der Akzeptanz dieser Gefühle kann eine gewisse Befreiung liegen, da wir unser Verlierertum endlich bejahen und es nicht mehr schamhaft zu verstecken versuchen. 

Zwischen Utopie und Dystopie 

Nichtsdestotrotz ist Jugofuturismus eine Frage und keine Antwort. Wir versuchen einen kreativen Funken zu entfachen, und Anlässe zu bieten, um sich wieder interregional zu vernetzen. Für die Nachkriegsgenerationen gab es bisher kaum derartige Möglichkeiten. 

Da Maska auch ein Institut für künstlerische Produktion im Bereich der performativen Künste ist, veröffentlichten wir 2022 eine offene Ausschreibung für eine jugofuturistische Performance. Schließlich wurde das Stück „How well did you perform today?“ der bosnischen Performance-Künstlerin Alma Gačanin beim YUFU Cycle Event im Jänner dieses Jahres uraufgeführt. Es zeigt eine feministische Dystopie, die in einem Fitnessstudio der Zukunft spielt. In dem Stück werden sexuelle, emotionale und ausbeuterische Dimensionen der Arbeit erforscht. Außerdem beauftragte Maska Performer*innen und Forscher*innen, sich mit der Idee einer alternativen Zukunft des Künstlers und Forschers Rok Kranjc auseinanderzusetzen: In „Future 14b“ führte ein Alien durch den „Krater“, eine verlassene Baustelle in Ljubljana, und zeigte Stationen unserer utopischen und dystopischen Zukunft. 

In Zusammenarbeit mit Radio Študent, dem ältesten unabhängigen Radio in Europa, entstand zudem eine Reihe von Sendungen und kurzen Experimentalfilmen. Sie handeln von wichtiger Infrastruktur wie Straßen und Eisenbahnen in postjugoslawischer Zeit, Roadtrips der „verlorenen Generation“ und von Kultmodestücken wie den Trainingsanzügen aus den Achtzigern, die heute recycelt werden und wieder im Trend liegen. Für letzteres Projekt arbeiteten wir mit dem Lehrstuhl für Textil- und Modedesign der Fakultät für Natur- und Ingenieurwissenschaften zusammen. Innerhalb eines Semesters verwandelten Studierende alte Trainingsanzüge in Designerstücke zum Thema Jugofuturismus.  

Für uns steht Jugofuturismus erst am Anfang. Mit unserer partizipatorischen Webseite und weiteren künstlerischen und interdisziplinären Initiativen möchten wir den Funken der Kreativität immer wieder neu entfachen und Wege für sinnvolle interregionale und internationale Verbindungen schaffen. 

 

Janez Janša (geboren Emil Hravtin) ist einer von drei slowenischen Künstlern, die sich 2007 nach dem rechtspopulistischen Politiker und ehemaligen Ministerpräsidenten Sloweniens umbenannten. 

Hoffen auf Europa: alte und neue Versprechen einer gemeinsamen Zukunft

Melanie Jaindl moderierte ein Gespräch zwischen dem deutschen Botschafter in Slowenien Adrian Pollmann und den Teilnehmer*innen der Sommerakademie des Max Weber-Programmes der bayerischen Landesbegabtenförderung (Studienstiftung des deutschen Volkes). Inhaltlich drehte sich das Gespräch um die regionale Zusammenarbeit, nicht zuletzt im Hinblick auf die jüngsten schweren Unwetter in Slowenien und die Klimakrise. Darüber hinaus wurde die EU-Erweiterung am Westbalkan, diplomatische Arbeit vor und nach dem letzten slowenischen Regierungswechsel, die Bedeutung des Schengenbeitritts Kroatiens für Slowenien und die gesamte EU sowie der Krieg in der Ukraine diskutiert.