Péter Techet für Kurier über die Enteignungen aufgrund der Beneš-Dekrete in der Slowakei

Die österreichische Tageszeitung Kurier widmete den fortdauernden Enteignungen ungarischer Grundstückseigentümer*innen in der Slowakei eine ausführliche Analyse, in der auch Péter Techet zu Wort kommt.

Techet betonte, dass die derzeitige Lage in der Slowakei – also die Anwendung der Beneš-Dekrete sowie das Verbot jeglicher Kritik daran – gegen das Diskriminierungsverbot sowie gegen die Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit verstoße und daher auch auf europäischer Ebene rechtliche Reaktionen auslösen sollte.

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Péter Techet für die Neue Zürcher Zeitung über die Instrumentalisierug der Beneš-Dekrete in der slowakischen Innenpolitik und im ungarischen Wahlkampf

Péter Techet schrieb einen Meinungsbeitrag für die Neue Zürcher Zeitung über die fortdauernde Anwendung der Beneš-Dekrete, die Kriminalisierung ihrer Kritik in der Slowakei sowie die auffällige Tatsache, dass Viktor Orbán seinen Verbündeten Robert Fico kaum kritisiert. Dies steht in deutlichem Gegensatz zu Orbáns Herausforderer Péter Magyar, der die Gelegenheit genutzt hat, auf die Widersprüche des Orbánschen „Souveränismus“ hinzuweisen.

Für Orbán gehe es dabei, so Techet, nicht wirklich um die Interessen der ungarischen Minderheiten. Allenfalls seien sie für ihn nur als potenzielles Wählerreservoir von Bedeutung (obwohl die meisten Ungarn in der Slowakei kein Wahlrecht in Ungarn besitzen). Entscheidend für Orbán sei vielmehr die Idee eines fragmentierten Europas, das aus ethnisch homogenen Nationalstaaten bestehen soll. Die Beneš-Dekrete, die auf ethnische Homogenisierung abzielten, fügen sich gut in dieses Weltbild ein. Das erkläre auch, warum Orbán bei der rumänischen Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr den Nationalisten George Simion unterstützte – und warum er jetzt so zurückhaltend agiert, wenn es darum geht, Fico zu kritisieren.

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Péter Techet für die Evangelische Zeitung über die aktuellen Debatten um die Beneš-Dekrete

Für die deutsche Evangelische Zeitung sprach Péter Techet über den historischen Kontext und die gegenwärtige Anwendung der sogenannten Beneš-Dekrete, die in der Slowakei immer noch als Grundlage für Enteignungen von Eigentümern ungarischer Abstammung herangezogen werden.

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Podiumsdiskussion an der Universität Wien über die ungarischen Parlamentswahlen mit Péter Techet

Das IDM veranstaltete am 19. Jänner gemeinsam mit der Universität Wien eine Podiumsdiskussion über die kommenden ungarischen Parlamentswahlen. Dorothee Bohle, Krisztina Rozgonyi und Péter Techet beleuchteten die Konsequenzen der illiberalen Demokratie in Ungarn, die seit 2010 besteht und tief in Gesellschaft und Wirtschaft verankert ist. Die Diskussion fand an der Universität Wien statt und wurde von Tobias Spöri moderiert.

Techet: Illiberalismus auf legalistischer Grundlage

Techet sprach über die juristischen Aspekte des Regimes und betonte die legale Grundlage sowie die legalistische Rechtsauffassung des Orbán-Systems. Einerseits sei die liberale Demokratie nach 2010 mit ausschließlich legalen Mitteln abgebaut worden: Die Fidesz-Regierung verfügte über die notwendige Zweidrittelmehrheit im Parlament, mit der sie eine neue Verfassung sowie zentrale Gesetze etwa zur Justiz und zu den Medien verabschieden konnte. Für eine neue Regierung sei es daher äußerst schwierig, diese Entwicklung rückgängig zu machen, da sie entweder selbst eine Zweidrittelmehrheit erringen müsste oder den Abbau des Systems nur mit – aus rein formalistischer Perspektive – illegalen Mitteln erreichen könne.

Andererseits verstehe Fidesz das Recht, so Techet, nicht als Wertesystem zur Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, sondern als rein technisches Instrument zur Durchsetzung individueller Interessen. Techet bezeichnete diese Denkweise als „legalistischen Autoritarismus“. Die Fidesz sei eine „Partei von Juristen“, welche legale Tricks besonders geschickt einzusetzen wisse. Selbst Korruption sei in Ungarn legalisiert worden, weshalb eine neue Regierung Verantwortliche nur durch rückwirkende Gesetzgebung oder andere politische Mittel zur Rechenschaft ziehen könne.

Rozgonyi und Bohle: Kontrollierte Medien und Wirtschaft

Krisztina Rozgonyi schilderte die eintönigen Medienverhältnisse in Ungarn: Abgesehen von einigen Printmedien und Online-Zeitungen stehe der gesamte Medienmarkt – öffentlich-rechtlich wie privat – unter der Kontrolle von Fidesz. Rozgonyi, die Ungarn aus politischen Gründen verlassen musste, wies darauf hin, dass Fidesz im Wahlkampf gezielt Desinformation, Fake News sowie KI-generierte Bilder und Tonaufnahmen einsetze. Daher sei kaum feststellbar, auf welcher Informationsgrundlage die Menschen ihre Wahlentscheidung treffen würden.

Dorothee Bohle analysierte die wirtschaftlichen Aspekte des Regimes, insbesondere den durch Korruption geförderten Aufbau einer „nationalen Bourgeoisie“ sowie die Nutzung ausländischer Investitionen – etwa der deutschen Auto- oder der chinesischen Batterieindustrie – im Dienste der politischen Macht. Sie betonte zudem die problematische Rolle der Europäischen Union, insbesondere der Europäischen Volkspartei, die Orbán aus wirtschaftlichen Interessen oder politischem Opportunismus zu lange unterstützt habe.

Was kann man tun?

In der Debatte waren sich alle drei Panelist*innen einig, dass Péter Magyar nach wie vor eine „Black Box“ darstelle. Sein Erfolg garantiere angesichts der tiefen Verankerung der Fidesz-Macht in Institutionen, Wirtschaft und Gesellschaft keineswegs den Abbau des Regimes. Bohle meinte sogar, Magyar könne höchstens eine Veränderung innerhalb des Systems bewirken, nicht jedoch eine Veränderung des Systems selbst – schon allein deshalb, weil er aus diesem System hervorgegangen sei. Techet betonte, dass Magyar nicht wegen seiner Persönlichkeit oder seines bislang weitgehend unbekannten Programms gewählt werde, sondern ausschließlich deshalb, weil er derzeit der Einzige sei, der Orbán ablösen könne. Daher seien selbst liberale oder linke Wähler*innen bereit, für einen konservativen Politiker wie Magyar zu stimmen.

Techet bezeichnete Magyars Strategie als „Anti-System-Populismus gegen ein illiberales System“. Magyar bediene sich populistischer Rhetorik und richte sich gegen „das gesamte System“, einschließlich der „alten Opposition“. In einer illiberalen Demokratie wie Ungarn könne dies jedoch eine positivere Bedeutung haben als in liberalen Demokratien. Magyar mobilisiere Wut – jedoch nicht gegen die liberale Demokratie, wie viele populistische Parteien in Europa, sondern gegen ein bestehendes illiberales System. Ob ein solches System überhaupt noch durch Wahlen abgelöst werden könne, so Techet, sei allerdings fraglich. Zudem betonte Techet, dass eine neue Regierung ohne die zur Verfassungsänderung erforderliche Zweidrittelmehrheit faktisch handlungsunfähig wäre.

Abschließend stellte das Publikum zahlreiche Fragen zur Rolle der Auslandsungarn, zu den Möglichkeiten eines legalen Abbaus des Regimes sowie zu Magyars Plänen hinsichtlich der strafrechtlichen Verfolgung von Korruptionsfällen.

Foto: Malwina Talik

International Workshop on the Hungarian Parliamentary Elections

Can an Illiberal Democracy Be Voted Out of Power?

Scenarios Before and After the Hungarian Parliamentary Election

Hybrid Workshop
13. 01. 2026
Institute for Danube Region and Central Europe (IDM)

Concept: Dr. Dr. Péter Techet PhD, LL.M., MA
Contributors from IDM: Mag. Malwina Talik, MA; Júlia Mits, MA

On 13 January 2026, the Institute for the Danube Region and Central Europe held an international workshop on possible scenarios and outcomes of Hungary’s forthcoming parliamentary elections.

Experts from Budapest, Prague, Vienna, and Vilnius discussed legal and political aspects of elections in an illiberal democratic system and the institutional conditions for a potential change of government.

The workshop took place in the context of Hungary’s political situation ahead of the parliamentary elections scheduled for 12 April 2026. For the first time since 2010, opinion polls indicate that the opposition party Tisza, led by Péter Magyar, is ahead of the governing party Fidesz. Hungary is an illiberal democracy. In this context, the 2026 elections represent an important case for examining whether a change of government can occur within this existing legal and institutional framework.

The workshop was structured around two thematic blocks.

The first addressed whether elections conducted under the legal and political conditions of an illiberal democracy can meet democratic standards. Discussions focused on the Hungarian electoral system, amendments to electoral law since 2010, state communication during election campaigns, disinformation, and potential risks of electoral manipulation, as well as the legal mechanisms available for prevention and challenge.

The second thematic block focused on possible post-election scenarios, in particular the legal and political options available if either the governing party or the opposition does not accept the election result. The discussion examined whether and how one of the two camps could refuse to recognise the outcome, and what political consequences such a refusal – by either the government or the opposition – might entail.

Participants: Melani Barlai (Andrássy University, Budapest); Zsófia Banuta (Unhack Democracy, Budapest); Dániel Döbrentey (Hungarian Civic Liberties Union, Budapest), Timea Drinóczi (Mykolas Romeris University, Vilnius / CEU Democracy Institute, Budapest); Pavlína Janebová (AMO, Prague); Péter Krekó (Political Capital, Budapest / ELTE University, Budapest); János Mécs (ELTE University / Hungarian Civic Liberties Union, Budapest); Júlia Mits (IDM, Vienna); Bálint Ruff (Political advisor, Partizán Média, Budapest); Ádám Sanyó (Data Analyst, Budapest); Sebastian Schäffer (IDM, Vienna); Michael Stellwag (Konrad Adenauer Foundation, Vienna); Zsuzsanna Szelényi (CEU Democracy Institute, Budapest); Malwina Talik (IDM, Vienna); Péter Techet (IDM, Vienna).

Péter Techet für STVR Pátria Rádió über die kommenden Parlamentswahlen

In einem Interview mit der ungarischsprachigen Sendung des Slowakischen Rundfunkes STVR analysierte Péter Techet die Bedeutung der Parlamentswahlen, die in Mittel-, Ostmittel- und Südosteuropa (Slowenien, Ungarn, ostdeutsche Bundesländer, Bosnien-Herzegowina) 2026 stattfinden werden

Das Interview kann hier nachgehört werden.

Undoing the Illiberal Damage: Understanding Democratic Backsliding in Poland, Hungary, and Slovakia. Searching for Strategies of Reversal

New Publication! Undoing the Illiberal Damage: Understanding Democratic Backsliding in Poland, Hungary, and Slovakia. Searching for Strategies of Reversal

Péter Techet für Die Presse über die Beneš-Dekrete

In der Slowakei wurde die Kritik an den Beneš-Dekreten strafrechtlich verboten. Dabei geht es um jene Dekrete, mit denen Angehörige der deutschen und ungarischen Minderheit nach dem Zweiten Weltkrieg enteignet wurden. Obwohl sie formal weiterhin gelten, wurde sowohl in Prag als auch in Bratislava beteuert, dass sie nicht mehr angewendet würden. Dennoch werden in der Slowakei Grundstücke von Eigentümern ungarischer Abstammung weiterhin auf Grundlage dieser Dekrete entzogen. Dies wird sowohl von der linksliberalen Partei Progressive Slowakei als auch von der Partei der ungarischen Minderheit kritisiert.

In seinem Gastbeitrag für Die Presse schilderte Péter Techet die aktuellen Debatten über die Dekrete sowie mögliche Gründe dafür, warum Viktor Orbán die slowakische Regierung dennoch nicht kritisiert.

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Malwina Talik completed CEU DILA programme 

Malwina Talik took part in the final intensive residential session of the Democratic Institute Leadership Academy (DILA) at Central European University in Budapest. The programme focused on democratic leadership, strategies for strengthening democratic resilience in Hungary, Slovakia, Czechia, Croatia, and Poland, democratic innovation and participation, and communication-related challenges in the region.